sein – bleiben – stehen

Die Verben ’sein‘, ‚bleiben‘ und ’stehen‘ sind normalerweise sehr leichte Verben, die schon früh gelernt werden. Leider werden sie aber sehr oft miteinander verwechselt oder ihre Bedeutung wird manchmal falsch verstanden. 

Manche, die Deutsch lernen, kennen den Unterschied zwischen ’sein‘ und ‚bleiben‘ nicht, andere verwechseln ‚bleiben‘ und ’stehen‘ miteinander.

Deshalb sollten wir diese Wörter genauer unter die Lupe nehmen.

sein (to be)

Das Verb ’sein‘ können wir als Hilfsverb verwenden.

Ich bin nach Nürnberg gefahren.

Erich ist sehr spät von der Arbeit nach Hause gekommen.

Dieses Verb ist aber auch ein Vollverb mit seiner eigenen Bedeutung. Dann hat es die Bedeutung wie ‚existieren‘ oder ‚da sein‘.

Ich bin bei meiner Freundin Maria.

Du bist Architektin von Beruf.

Peter ist zwölf Jahre alt.

bleiben (to stay / to remain)

Mit dem Verb ‚bleiben‘ drücken wir aus, dass etwas länger oder permanent dauert oder existiert. Wir verwenden dieses Verb also um zu sagen, dass etwas nicht nur da ist oder war, sondern auch länger da ist oder war. Das Verb ‚bleiben‘ bedeutet „eine längere Zeit da sein„. Mit ‚bleibeb‘ betonen wir die Dauer einer Anwesenheit.

Ich bin bei Petra und bleibe noch zwei Stunden bei ihr.

Es bleibt alles so, wie es immer war.

Der Arzt ist zehn Minuten bei dem Patienten geblieben.

stehen (to stand)

Das Verb ’stehen‘ nehmen wir im in der Regel, wenn wir sagen wollen, dass jemand oder etwas in einer aufrechten Position ist oder auf Stützen, Füßen oder Beinen positioniert ist. Es ist ein Positionsverb, das wir oft mit Präpositionen verwenden.

Wir gebrauchen dieses Verb häufig mit dem Dativ, wenn es sich um einen situatiaven Kontext handelt, das heißt die Person oder Sache befindet sich in einer ruhigen Position.

Das Verb stehen ist eigentlich nur schwierig, weil es ein „falscher Freund“ (false friend) ist. Das englische Wort ’stay‘ bedeutet nicht ’stehen‘.

Bitte ’stehen‘ nicht mit dem englischen Wort ’stay‘ ( = bleiben ) verwechseln!

Die Flasche steht auf dem Tisch.

Das Auto steht vor dem Haus.

Der Mann steht im Garten.

In einigen süddeutschen Regionen, zum Beispiel in Bayern, und in Österreich wird das Verb ’stehen‘ mit dem Hilfsverb SEIN verwendet, wenn man das Perfekt bildet: ich bin gestanden.

In den anderen Teilen Deutschlands bilden wir das Perfekt von ’stehen‘ aber immer mit dem Hilfsverb HABEN.


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3 Gedanken zu „sein – bleiben – stehen“

  1. Hallo
    Könnten Sie mir erklären
    Die Schulen sollen geöffnet bleiben
    Warum ( geöffnet bleiben)
    Passivform mit Modalverb ? oder wie man das Verb bleiben verwenden kann?
    Dankeschön

    1. Hallo,

      Der Satz „Die Schulen sollen geöffnet bleiben“ ist eine Art Zustandspassiv mit Modalverb. Normalerweise verwenden wir das Zustandspassiv mit dem Hilfsverb „sein“. Der Satz wäre dann: „Die Schulen sollen geöffnet sein.“. Wenn man aber ausdrücken will, dass dieser Zustand länger andauert, nehmen wir das Verb „bleiben“ statt „sein“.

      Viele Grüße und viel Spaß noch auf deutsch-coach.com

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