Lokale Präpositionen (3) – die Präposition BEI

Hallo,

die Präposition BEI ist eine wichtige lokale Präposition. Sie wird aber oft auch temporal, kausal und konditional verwendet. Dazu schreibe ich an anderer Stelle mehr.

Wir verwenden ‚bei‘ immer mit dem Dativ !!!

Wann brauchen wir ‚bei‘ als lokale Präposition?

Als lokale Präposition brauchen wir ‚bei‘, wenn wir über die Lage / Situation von jemandem oder etwas sprechen.

Wir fragen: Wo ist jemand / etwas?

  • für Institution / Unternehmen:
    • Paul arbeitet bei Siemens. Ich bin beim Arzt. Ich habe den Tisch bei IKEA gekauft.

  • im Lebens- oder Arbeitsberich von Personen:
    • Ich bin bei Christian (z.B. mit ihm in seiner Wohnung).

  • im Bereich von Vorgängen oder Ereignissen:
    • Ich bin gerade beim Essen. Sie ist beim Konzert.

  • in der Nähe von jemandem oder von Orten, aber die Nähe ist nicht so genau definiert wie mit den Präpositionen ‚an‘ oder ’neben‘:
    • Das Kiosk liegt beim Bahnhof. Bonn liegt bei Köln.

  • Bezug auf einen Text eines  Autors:
    •  Er hat dies bei Marx gelesen.

       

‚Bei‘ oder ‚mit‘?

Im Deutschen verwenden wir die Wörter ‚bei‘ und ‚mit‘, wenn wir sagen wollen,  dass etwas zusammen ist. Aber in vielen Sprachen gibt es für ‚bei‘ und ‚mit‘ nur ein Wort. Zum Beispiel bedeuten sie in der englischen Sprache  „with“ oder in Spanisch und Italienisch „con“.

In der deutschen Sprache machen wir aber einen Unterschied.

  • ‚Bei‘ nehmen wir, wenn wir sagen wollen, dass sich Sachen oder Personen nahe sind, also vor allem situativ.
  • Die Präposition ‚mit‘ verwenden wir im Sinn von Begleitung, also Sachen oder Personen sich begleiten, sie also meistens miteinander in Bewegung sind.

 

 

Ein Freund …

Hallo,

in meinem Unterricht erlebe ich immer wieder, wie dass die Schüler Probleme mit dem Wort „Freund“ haben.

Das Subsantiv „Freund“ existiert für im Maskulinum und im Femininum.

Wenn es ein Mann ist, sagen wir „der Freund“, wenn es eine Frau ist, dann ist es „die Freundin“.

 

Hier die kompletten Deklinationen:

Im Singular:
SINGULAR Maskulinum Femininum
Nominativ der Freund die Freundin
Akkusativ den Freund die Freundin
Dativ dem Freund der Freundin
Genitiv des Freundes der Freundin

 

Im Plural:
PLURAL Maskulinum Femininum
Nominativ die Freunde die Freundinnen
Akkusativ die Freunde die Freundinnen
Dativ den Freunden der Freundinnen
Genitiv der Freunde der Freundinnen

 

Wenn wir über mehrere Freunde sprechen, gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. nur maskuline   =>   die Freunde

  2. nur feminine   =>   die Freundinnen

  3. maskuline und feminine   =>   die Freunde

 

Die Bedeutung ist nicht immer ganz eindeutig.

„Freund“ oder „Freundin“ kann eine Person sein, die man kennt und sehr mag, es kann aber auch eine Person sein, mit der man in einer Beziehung zusammen ist.

Abgeleitete Wörter:

  • die Freundschaft (friendship)
  • freundlich (friendly)

Wie „Freund“ / „Freundin“ deklinieren wir auch „Lehrer“ / „Lehrerin“ , „Schüler“ / „Schülerin“ oder „Kollege“ / „Kollegin“.

Das Perfekt (1) – Die gesprochene Vergangenheit

Hallo,

wenn wir über die Vergangenheit sprechen, können wir drei Zeiten verwenden.

  1.  das Perfekt
  2.  das Präteritum
  3.  das Plusquamperfekt

In dieser kleinen Serie geht es vor allem um das Perfekt. In anderen Beiträgen informiere ich mehr über das Präteritum, zum Beispiel hier.

Informationen über das Plusquamperfekt findet ihr in diesem Blog oder bei Canoonet.

Wie in allen Sprachen ist es auch in der deutschen Sprache wichtig, dass wir wissen, wann wie die Zeiten verwenden. Deshalb beginnen wir mit der Frage:

 

Wann verwenden wir das Perfekt oder das Präteritum?

Normalerweise verwenden wir das Perfekt und das Präteritum, wenn wir über etwas sprechen, das in der Vergangenheit war. Die Aktion ist abgeschlossen, also zu Ende.

Aber:

Das Perfekt nehmen wir meistens beim SPRECHEN. Das Perfekt ist informell und wird im Alltag verwendet.

Beispiel:

Der Mann ist über die Straße gegangen und hat eine Frau gesehen, die ihm sehr gefallen hat.

Das Präteritum nehmen wir meistens beim SCHREIBEN, zum Beispiel in Berichten, die wir schreiben. So kann man das Präteritum oft in Büchern oder Zeitungen finden.

Das Präteritum ist formeller als das Perfekt.

Beispiel:

Der Mann ging über die Straße und sah die Frau, die ihm sehr gefiel.

 

… keine Regel ohne Ausnahme:
  • Es ist sinnvoll und praktisch (aber nicht obligatorisch !!!), einige Verben auch beim Sprechen im Präteritum zu verwenden. Oft sind es diese Verben:
  1. haben  ⇒  hatte
  2. sein  ⇒  war
  3. ‚es gibt‘  ⇒  es gab
  4. Modalverben:
    1. können  ⇒  konnte
    2. wollen  ⇒  wollte
    3. müssen  ⇒  musste
    4. dürfen  ⇒  durfte
    5. sollen  ⇒  sollte
    6. möchten  ⇒  mochte / wollte
    7. mögen  ⇒  mochte
  • Wenn etwas vergangen ist und Konsequenzen für die Gegenwart hat, nehmen wir IMMER das PERFEKT.

Wir verwenden hier nie das Präteritum!

Beispiel:

Gestern habe ich die Wäsche gewaschen. Sie ist aber noch nicht trocken.

 

  • Wenn wir über etwas sprechen, das in der Vergangenheit begonnen hat und in der Zukunft endet, können wir beim Sprechen auch das Perfekt verwenden, aber nicht das Präteritum. In diesen Situationen sehen wir uns in der Zukunft, in der wir zurück in die Vergangenheit schauen.

Beispiele:

Morgen haben wir die Küste erreicht.

Im nächsten Jahr ist das Haus fertig gebaut.

  • Wenn wir diese Sätze formeller sagen möchten, funktioniert das mit dem Futur II.

Morgen werden wir die Küste erreicht haben.

Im nächsten Jahr wird das Haus fertig gebaut sein.

In den nächsten Beiträgen beantworte ich die Fragen:

  • Wie bilden wir das Perfekt?
  • Das Partizip II – Wie geht das?
  • Das Perfekt mit ‚haben‘ oder mit ’sein‘
  • Wie funktioniert das Perfekt im Satz?

Otto von Bismarck – der eiserne Kanzler

Hallo,
es gibt nur wenige Politiker in der deutschen Geschichte, über die so viel diskutiert wurde, wie über Otto von Bismarck.
 –
Deshalb bringe ich heute mal ein Zitat von ihm.
 
Bismarck
 
Otto von Bismarck war ab 1871 der erste Reichskanzler des Deutschen Reiches, das im gleichen Jahr gegründet wurde.
Bismarck, der zuvor Preußen zu einer starken Macht in Europa gemacht hatte, war stark am deutschen Einigungs- und Gründungsprozess beteiligt.
 –
Mit seinem Namen sind einerseits eine recht aggressive Kriegspolitik und die Verfolgung von Katholiken und Sozialisten verbunden.
Andererseits modernisierte Bismarck die staatliche Verwaltung und führte die deutsche Sozialversicherung ein.
 
Eine interessante Biografie zu Otto von Bismarck findet ihr bei Planet Wissen.

Für mehr Informationen über Otto von Bismarck, sein Leben und seine Politik könnte dieses Buch interessant sein:

Bismarck: Sturm über Europa. Biographie

Bismarck - Sturm über Europa

Lokale Präpositionen (2) – Wechselpräpositionen mit Akkusativ oder Dativ?

Hallo,

in unserer Serie über die Präpositionen sprechen wir weiter über die Wechselpräpositionen. Sie heißen Wechselpräpositionen, weil nach der Präposition entweder der Akkusativ oder der Dativ folgt.

 

Wann Akkusativ, wann Dativ?

Wir nehmen den Akkusativ, wenn vor der Präposition ein Verb der Bewegung steht, also wenn das Subjekt sich selbst oder ein Objekt an einen Platz bewegt.

Wir fragen dann mit WOHIN?

Beispiele:

Paul geht in den Zoo. (⇒ ‚den‘ ist Akkusativ)

Wohin geht Paul?

Anna legt das Buch auf den Tisch. (⇒ ‚den‘ ist Akkusativ)

Wohin legt Anna das Buch?

Du setzt dich auf den Stuhl. (⇒ ‚den‘ ist Akkusativ)

Wohin setze ich mich?

Wenn ein Subjekt an einem Platz ist oder bleibt, haben wir eine Situation. Dann fragen wir mit WO?

Beispiele:

Paul ist in dem Zoo. (⇒ ‚dem‘ ist Dativ)

Wo ist Paul?

Das Buch liegt auf dem Tisch (⇒ ‚dem‘ ist Dativ)

Wo liegt das Buch?

Du sitzt auf dem Stuhl (⇒ ‚dem‘ ist Dativ)

Wo sitzt du?

 

Zum Vergleich hier zwei Grafiken:

Es ist eine Bewegung  =>  Präposition + AKKUSATIV  => WOHIN?

 

Es ist eine Situation  =>  Präposition + DATIV  =>  WO?

 

 

Lokale Präpositionen (1) – die Wechselpräpositionen

Hallo,

die Präpositionen sind ein Thema mit vielen Facetten. Für die Anfänger sind die Wechselpräpositionen oft der Start in ein interessantes, grammatisches Abenteuer.

Beginnen wir also mit den Wechselpräpositionen!

Die neun Wechselpräpositioen (two-way-prepositions) sind lokale Präpositionen. Sie heißen Wechselpräpositionen, weil nach einer Präposition AKKUSATIV oder DATIV stehen kann. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag zu den Präpositionen …

Das folgende Bild zeigt euch die neun Wechselpräpositionen:

Erklärungen zu den Wechselpräpositionen

IN

Die Präposition in gebrauchen wir im Allgemeinen, wenn wir sagen wollen, dass etwas in einem limitierten, geschlossenen Raum (closed space) ist oder sich in einen geschlossenen Raum bewegt.

Das Hemd hängt in dem Schrank.

Ich hänge das Hemd in den Schrank.

AUF

Die Präposition auf steht normalerweise, wenn wir beschreiben wollen, dass etwas auf einer offenen Fläche ist oder sich in Richtung einer offenen Fläche bewegt. Wichtig ist, dass die Objekte einen Kontakt haben.

Das Auto steht auf dem Platz.

Das Auto fährt auf den Platz.

Leider ist der Gebrauch von in oder auf nicht immer ganz klar.

Das Kind spielt im Garten.

Der Garten ist eine Fläche, hat aber oft einen Zaun, der wie eine Wand ist. Deshalb ist der Garten ein geschlossener Raum.

ÜBER

Die Präposition über nehmen wir, wenn eine Sache höher positioniert ist, als die andere. Aber es gibt keinen Kontakt zwischen den Objekten.

Das Flugzeug fliegt über der Stadt.

Ich werfe den Ball über die Mauer.

UNTER

Die Präposition unter ist das Gegenteil von auf und über. Unter drückt aus, dass ein Objekt tiefer als das andere Objekt ist oder sich dorthin bewegt.

Die Katze liegt unter dem Bett.

Ich stelle meine Schuhe unter das Bett.

VOR

Die Präposition vor benutzen wir, wenn ein Objekt näher als das andere ist, oder sich in diese Richtung bewegt. Es verdeckt teilweise oder komplett die Sicht auf das andere Objekt.

Die Tassesteht vor der Flasche.

Er stellt die Tasse vor die Flasche.

HINTER

Die Präposition hinter ist das Gegenteil der Präposition vor. Hier ist etwas weiter weg und das Objekt ist nicht komplett sichtbar, weil es hinter einem anderen Objekt ist oder sich hinter ein Oblekt bewegt.

Die Flasche steht hinter der Tasse.

Er stellt die Flasche hinter die Tasse.

ZWISCHEN

Wenn wir die Präposition zwischen benutzen, sprechen wir über mindestens drei Obkekte Wir positionieren ein Objekt in die Mitte von zwei anderen Objekten.

Das Sofa steht zwischen der Lampe und dem Schrank.

Wir stellen das Sofa zwischen die Lampe und den Schrank.

AN und NEBEN

Die Präpositionen an und neben sind etwas komplizierte Präpositionen.

Wir nehmen die Präposition an, wenn wir zwei Objekte positionieren, weil sie im Kontext zusammen gehören sollen. Es gibt eine Abhängigkeit der Objekte.

Oft gibt es auch einen Kontakt zwischen den Objekten. Das ist aber nicht immer nötig.

Meistens sind die Objekte auch in einer senkrechten Position positioniert.

Das Bild hängt an der Wand.

Ich hänge das Bild an die Wand.

⇒ Es gibt einen Kontakt. Das Bild hängt senkrecht (nach unten).

⇒ Aber wir wollen auch  das Bild im Kontext mit der Wand.

Die Präposition neben kann bei einem Kontakt und bei einer senkrechten Position gebraucht werden, wichtig ist aber, dass die Objekte unabhängig sind.

Dein Haus steht neben meinem Haus.

Ich baue mein Haus neben dein Haus.

 ⇒ Die Häuser sind unabhängig, denn ein Haus hat nichts mit dem anderen Haus zu tun. Trotzdem ist es möglich, dass sie Konktakt haben.

Im nächsten Beitrag über die Präpositionen schreibe ich, wann die Wechselpräpositionen mit Dativ oder Akkusativ funktionieren.

 

Was sind Präpositionen ???

 

Johann Sebastian Bach – einer der ganz großen Komponisten

Hallo,

Johann Sebastian Bach gehört neben Ludwig van Beethoven zu den bedeutendsten klassischen Komponisten aus Deutschland.

Als prominentestes Mitglied einer großen Musikerfamilie war er ein vielseitiger Musiker, der nicht nur Musikstücke komponierte, sondern auch aktiv als Kantor (Chorleiter) und Pianist und Orgelvirtuose bekannt wurde.

Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach (Thüringen) geboren. Seine Eltern starben früh, sodass er in Ohrdruf bei seinem Bruder aufwuchs. Er wurde bereits in jungen Jahren zum Organisten ausgebildet und besuchte von 1700 bis 1703 die Michaelisschule in Lüneburg.

Danach wirkte Johann Sebastian Bach bis 1708 als Organist in Arnstadt und Mühlhausen, wo er dann auch seine Kusine, Maria Barbara Bach, zur Ehefrau nahm.

Johann Sebastian Bach im Jahre 1746, mit Rätselkanon (Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahre 1748)

In den Jahren von 1708 bis 1717 beschäftigte ihn der Herzog von Sachsen-Weimar als Hoforganist und Kammermusiker. Während dieser Tätigkeit wurde er 1714 zum “Konzertmeister” befördert.
Nach 1717 wechselte Bach zum Hof des Fürsten Leopold von Anhalt in den Ort Köthen, wo er bis 1723 als Kammermusikdirektor am tätig war.

Sonata 1ma á Violino Solo senza Baßo di JSBach: Adagio; Autograph 1720

Im Jahr 1720 starb seine Frau Maria Barbara, doch bereits im folgenden Jahr heiratete er Anna Magdalena Wülken, welche 16 Jahre jünger war als er.

Von 1723 bis zu seinem Tod am 28 Juli 1750 war Johann Sebastian Bach Thomaskantor in Leipzig, wo er den Thomanerchor leitete und als Kantor der Thomaskirche in Leipzig wirkte. Diese Zeit ist für viele seine Hauptschaffensperiode, in der die meisten und bekanntesten Werke (unter anderem die „Johannespassion“, die „Mathäuspassion“, die „Clavierübung“) schuf. In den letzten Jahren seines Lebens litt er unter einer Augenkrankheit, die seine Arbeit stark beeinträchtigte.

Johann Sebastian Bach hinterließ der Nachwelt viele Meisterwerke der klassischen Musik. Eine Liste seiner Werke findet ihr beispielsweise bei bach.de.

Wer sich mehr über den Komponisten informieren möchte, wird ebenfalls  auf den Internetseiten von bach.de oder bei klassika.info fündig.

Ein kleines Video über das Leben von Johann Sebastian Bach findet ihr auf der Internetseite bachüberbach.de. Auf der Seite bachüberbach.de finden sich auch weitere Videos über mehrere Lebensphasen des Komponisten.

 

 

Habt ihr schon gewusst…?

Schon gewusst

Hallo,

habt ihr schon gewusst, dass die erste und die dritte Person im Präteritum auf die gleiche Weise konjugiert werden?

Das ist nicht nur bei den Formen im Singular so, sondern auch im Plural.

Beispiele:

ich war
er / sie / es war

wir waren
sie / Sie waren

 

ich ging
er / sie / es ging

wir gingen
sie / Sie gingen

 

Es steht kein -t am Ende der 3. Person Singular !!!

Mit dieser kleinen Hilfe ist es sicher leichter, sich das Präteritum besser zu merken.