Sätze mit Adverbien sinnvoll verbinden

Ihr kennt sicher einige bekannte Konnektoren für Hauptsätze, wie „und“, „aber“, „oder“, und ihr habt bestimmt schon von einigen Konnektoren für Nebensätze, beispielsweise „obwohl“ oder „wenn“ gehört, Es gibt aber auch viele Adverbien, die als „Konnektor“ funktionieren können, weil sie meistens zwei Hauptsätze inhaltlich verbinden. Dieser Beitrag erklärt, wie solche „satzverbindenden“ Adverbien funtionieren und warum sie sinnvoll sind.

Was sind Adverbien?

Adverbien (auch „Umstandswort“) beschreiben oder bestimmen normalerweise Verben, Adjektive, andere Adverbien und Nomen genauer oder ergänzen sie, wie ihr es in diesen Beispielen sehen könnt …

Stefanie spricht gerne mit ihrem Großvater.

Hier beschreibt das Adverb „gerne“ das Verb „spricht“.

Jens hat eine sehr junge Freundin.

In diesem Satz verstärkt das Adverb „sehr“ das deklinierte Adjektiv „jung“.

Es gibt aber auch Adverbien, die den ganzen Satz bestimmen oder einen Satz in einen Zusammenhang zu einem anderen oder zu mehreren anderen Sätzen bringen. Auch hierzu seht ihr zwei Beispiele:

Leider habe ich morgen keine Zeit.

Deshalb kann ich morgen nicht kommen.

Das Adverb „leider“ ergänzt den Inhalt des ersten Satzes durch eine Bewertung. Es bezieht sich aber nur auf den Inhalt, des Satzes, in dem es steht.

Dagegen stellt das Adverb „deshalb“ am Beginn des zweiten Satzes eine inhaltliche Verbindung zum ersten Satz her. Deswegen ist das Adverb „deshalb“ ein „satzverbindendes“ Adverb. Es funktioniert wie ein Konnektor.

Warum Adverbien zur Verbindung von Sätzen?

Adverbien sind ein sehr gutes Mittel, um Sätze inhaltlich sinnvoll miteinander zu verbinden. Sie sind wichtig, weil ihr damit so sprechen und argumentieren könnt, dass man gut verstehen kann, was ihr sagen wollt, und wie ihr eure Aussagen im gesamten Kontext ordnen oder begründen wollt. Kurz gesagt, Adverbien sind ein wichtiges Stilmittel für gute Vorträge und Texte.

Sehen wir uns dies in einem Beispiel an …

Der Trainer trainierte täglich seine Mannschaft. Sie verlor das Spiel.

Ihr seht hier zwei Sätze, die bezüglich ihres Inhalts nich verbunden sind. Sie haben nicht viel miteinander zu tun; jeder Satz steht unabhängig für sich. Wenn wir sie aber mit einem bestimmten Sinn verbinden wollen, können wir dafür ein „satzverbindendes“ Adverb nehmen …

Der Trainer trainierte täglich seine Mannschaft, trotzdem verlor sie das Spiel.

Wie ihr sicher wisst, wäre es hier auch möglich, den Subjunktor „obwohl“ mit einem Nebensatz zu verwenden, aber wenn ihr ein gutes Niveau in der deutschen Sprache zeigen wollt, solltet ihr so variabel wie möglich sprechen und schreiben.

Ein weiteres Beispiel, wie es schöner klingt …

Du hast eine schlechte Prüfung geschrieben. Du solltest mehr lernen.

Natürlich erkennt man einen Zusammenhang zwischen dem ersten und dem zweiten Satz, aber durch das Adverb „deshalb“ verstärken wir den Zusammenhang zwischen den beiden Sätzen …

Du hast eine schlechte Prüfung geschrieben, deshalb solltest du mehr lernen.

Man sieht hier, dass sich die Aussage des zweiten Satzes viel mehr auf den Inhalt des ersten Satzes bezieht.  Denn mit dem Adverb „deshalb“ bildet man die Verbindung zum ersten Satz, der die Begründung dafür enthält, mehr zu lernen.

Ein „satzverbindendes“ Adverb muss nicht nur eine Verbindung zu  einem Satz herstellen, sondern es kann sich auch auf einen längeren Kontext beziehen, wie in diesem Beispiel …

Die Rechnung wurde schon vor drei Wochen bezahlt. Ihre Sekretärin hat mir auch bestätigt, dass Sie das Geld bekommen haben. Trotzdem haben Sie mir die Ware bis heute nicht geschickt.

Ihr könnt hier sehen, dass sich das Adverb „trotzdem“ auf mehrere Sätze bezieht, die vorher geschrieben oder gesagt wurden.


Das Semikolon


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