Verben mit Akkusativ UND Dativ

Viele Menschen, die Deutsch lernen, stehen immer wieder vor der Frage: Akkusativ oder Dativ nach dem Verb?

Aber manchmal ist die Antwort: Akkusativ UND Dativ!

Und wann brauchen wir Akkusativ UND Dativ nach dem Verb?

Beginnen wir mit dem Akkusativ…

Ihr wisst sicher, dass in der deutschen Sprache sehr viele Verben ein Akkusativobjekt brauchen.

Welche Funktion hat das Akkusativobjekt im Satz?

Wenn wir einen Satz sagen oder schreiben, haben (fast) immer ein Subjekt, das etwas macht. Dieses Subjekt steht im Nominativ und was dieses Subjekt macht, drücken wir mit dem Verb aus.

Dieser Satz …

Peter trinkt.

… ist also ein grammatikalisch kompletter und korrekter deutscher Satz. Wir fragen nach diesem Subjekt mit der Frage: WER oder WAS trinkt? Die Antwort ist: Peter.

Aber natürlich wollen wir mehr wissen: Was trinkt Peter? Dann brauchen wir ein Objekt, das mehr Informationen gibt …

Peter trinkt einen Kaffee

Jetzt wissen wir mehr. Wir wissen jetzt, was Peter trinkt.

Das Nomen „Kaffee“ ist ein Akkusativobjekt. Das sehen wir auch an dem Artikel „einen“. Der „Kaffee“ ist in diesem Satz das Objekt, mit dem Peter etwas macht: er trinkt den Kaffee.  In vielen Sprachen ist das Akkusativobjekt das direkte Objekt.

Diese Verben mit einem Akkusativobjekt stehen im Perfekt immer mit dem Hilfsverb „haben“.

Jonathan baut ein Haus.

Jonathan hat ein Haus gebaut.

Wenn wir Passivsätze bilden, wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes.

Ein Haus wird (von Jonathan) gebaut.

Und wann brauchen wir Akkusativ und Dativ?

Es gibt Verben, die mit einem Akkusativobjekt und einem Dativobjekt stehen können.

Sehen wir uns diesen Satz an …

Johann schenkt einen Ring.

Gut, …

wir haben ein Subjekt (Johann), ein Verb (schenkt) und ein Akkusativobjekt (einen Ring). Also ist alles komplett, oder?

Grammatikalisch ist das ein korrekter Satz, aber wir brauchen doch eine Information. Natürlich fragen wir: WEM schenkt Johann einen Ring?

Wir brauchen also noch eine Information, noch ein Objekt. Wir brauchen ein Objekt für den Empfänger (receiver) des Ringes. Das ist das Dativobjekt.

Der Satz …

Johann schenkt seiner Frau einen Ring.

… gibt uns die Information, WER (⇒ Johann) WEM (⇒ seiner Frau) WAS (⇒ einen Ring) schenkt.

Das Verb SCHENKEN ist (wie die Verben GEBEN, SCHICKEN, SAGEN, VERKAUFEN, ZEIGEN und viele mehr) ein Verb, das wir brauchen, wenn wir etwas TRANSFERIEREN wollen.

Für diese TRANSFER-Situationen brauchen wir sehr oft ein Subjekt/Nominativ, ein Akkusativobjekt, das das Subjekt transferiert und ein Dativobjekt für den Empfänger.

TRANSFER-Situationen haben wir bei Verben, die GEBEN oder INFORMIEREN ausdrücken. Aber auch Verben, die NEHMEN ausdrücken, sind TRANSFER-Situationen.

Hier einige Beispiele:

Ich verkaufe dem Mann einen Computer.

Franziska schickt dem Kunden einen Brief.

Der Chef erklärt dem Mitarbeiter den Plan.

Der Dieb stiehlt der Frau die Handtasche.

Wichtige Ausnahmen

Natürlich gibt es Ausnahmen. Einige Verben haben zwei Akkusativobjekte

 

Eine andere wichtige Ausnahme sind Verben, die nur mit Dativobjekt stehen. Einige davon könnt ihr hier finden.

Es gibt auch Verben, die nur mit dem Nominativ oder mit zwei Nominativen stehen. Diese Verben findet ihr hier.


 


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