Verben mit zwei Akkusativobjekten

In der deutschen Sprache können wir Nomen deklinieren. Das bedeutet, wir müssen Nomen je nach ihrer Funktion im Satz bilden. Diese Bildung nennen wir „Fall“, der auch „Kasus“ genannt wird. Das Wort „Kasus“ kommt aus der lateinischen Sprache.

Welchen Fall wir brauchen, hängt oft vom Verb ab, denn das Verb „ordnet“ sozusagen den Satz und gibt den Substantiven (Nomen) die Funktionen im Satz.

Beispiel:

Der Junge kauft einen Fußball.

Hier sieht man, dass das Verb KAUFEN den Satz ordnet. Man versteht, dass wir ein Subjekt (der Junge) brauchen, das etwas (einen Ball) kauft.

Es kann aber auch von Präpositionen abhängen, weil diese bestimmte Fälle verlangen.

Beispiel:

Das Mädchen spielt mit der Puppe.

Hier sehen wir die Präposition MIT, die immer den Dativ braucht, also „mit der Puppe“.

Die vier Fälle in der deutschen Sprache heißen Nominativ / Genitiv / Dativ / Akkusativ.

Diese Reihenfolge ist die „klassische Reihenfolge“, wie wir sie in Deutschland in den Schulen lernen. Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, sehen die vier Fälle aber oft in dieser Reihenfolge:

Nominativ /  Akkusativ / Dativ / Genitiv

An anderer Stelle werde ich mich mehr über die einzelnen Fälle schreiben.

Wie oben gesagt, ordnen die Verben den Satz und geben den Substantiven (Nomen) ihre Funktionen.

Einige Verben können nur mit Nomen in einem Kasus stehen. Das sind meistens Nomen mit Akkusativ, können aber auch Nomen/Substantive im Dativ sein.

Viele Verben können aber noch einen zweites Nomen mit einem zusätzlichen Fall haben.

So gibt es viele Verben, denen der Akkusativ und der Dativ folgt.

Aber es gibt auch einige Verben, die zwei Akkusativobjekte haben. Über diese schreibe ich in diesem Beitrag.

Die wichtigsten Verben mit zwei Akkusativobjekten
FRAGEN

Ich frage dich etwas. Er fragt mich viele Einzelheiten.

Das zweite Akkusativobjekt kann aber auch ein vorhergehender Hauptsatz, der dann mit „es“ oder „das“ erwähnt wird.

Wo ist der Bahnhof?Das wollte ich dich gerade fragen.

Wann kommt der Zug? – Bitte frag es den Ticketverkäufer!

Oder das Akkusativobekt kann nachfolgender Nebensatz sein.

Der Arbeiter fragt den Chef, ob er heute früher gehen darf.

Oft steht das Verb FRAGEN jedoch mit der Präposition ’nach‘ + Dativ anstatt mit dem zweiten Akkusativ.

Der Mann fragt seinen Freund nach der Uhrzeit. Wir müssen den Touristenführer nach dem Weg fragen. 

ABFRAGEN UND ABHÖREN

Das trennbaren Verb ABFRAGEN und ABHÖREN sind Synonyme für ‚testen‘ oder ‚(über)prüfen‘. Wir können die Verben ‚abfragen‘ und ‚abhören‘ aber personalisieren. Dann brauchen wir hier die beiden Akkusative.

Der Lehrer fragt den Schüler die Vokabeln ab.

Meine Mutter hört mich die unregelmäßigen Verben ab.

LEHREN

Das Verb LEHREN funktioniert mit zwei Akkusativobjekten, weil ein Subjekt jemanden etwas lehrt.

Mein Englischlehrer lehrt lehrt mich seit 2 Jahren die englische Sprache.

Ein Synonym für LEHREN ist das trennbare Verb BEIBRINGEN + Dativ + Akkusativ.

Der Klavierlehrer bringt mir das Klavierspielen bei.

KOSTEN

Auch das Verb KOSTEN wird mit zwei Akkusativobjekten gebildet.

Dieses Haus hat mich ein Vermögen gekostet.

Die NENNEN-Gruppe

Neben dem Verb NENNEN gibt es einige Verben, die synonym (oder in einem despektierlichen Sinn) gebraucht werden.

Wir nennen unseren Hund Waldemar, aber rufen ihn immer nur Waldi.

Die Verben NENNEN und RUFEN werden meist in einem neutralen Sinn gebraucht, ebenso das Verb TAUFEN, das wir für eine religiöse Prozedur verwenden, wenn wir einer Person einen Namen geben.

Die Eltern taufen ihr Kind Philipp.

Die Verben SCHIMPFEN und SCHELTEN werden dagegen häufig verwendet, wenn jemand despektierlich (negativ) über etwas oder jemanden spricht.

Der Student schimpft den Bundeskanzler einen Idioten.

Ihr scheltet mich einen naiven Anfänger.


Dieses Buch kann beim Verstehen der Grammatik helfen:


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