Das Zustandspassiv in allen 6 Zeitformen

Passiv ist nicht gleich Passiv, denn es gibt das Passiv nicht nur in verschiedenen Zeiten, sondern wir haben in der deutschen Sprache zwei Formen des Passivs: das Vorgangspassiv und das Zustandspassiv.
Das Vorgangspassiv ist die Passivform, die ihr normalerweise lernt, wenn ihr das Passiv kennenlernt. Man verwendet das Vorgangspassiv, wenn man in einem Kontext ausdrücken möchte, dass der Vorgang, die Handlung oder Aktion wichtiger ist, als das Subjekt, das agiert.
Aber was ist das Zustandspassiv? In diesem Artikel informiere ich euch über das Zustandspassiv. Dabei lernt ihr, was das Zustandspassiv ist, wie es gebildet wird und wann ihr es braucht.

Was ist das Zustandspassiv?

Das Zustandspassiv, das auch als “sein-Passiv” bezeichnet wird, braucht ihr, wenn ihr in einem Kontext hervorheben wollt, dass etwas abgeschlossen ist. Wie beim Vorgangspassiv ist es bei der Verwendung des Zustandspassivs nicht wichtig, WER etwas abgeschlossen hat, sondern nur, dass es abgeschlossen ist.

 

Wie wird das Zustandspassiv gebildet?

Das Zustandspassiv lässt sich in den bekannten 6 Zeitformen bilden, aber im Gegensatz zum Vorgangspassiv bildet man dieses Passiv nicht mit dem Hilfsverb WERDEN, sondern mit dem Hilfsverb SEIN. Zum Vergleich seht ihr dieses Beispiel …

Das Haus wird gebaut.

Das Haus ist gebaut.

Die Bildung des Zustandspassivs in zusammengesetzten Zeiten ist etwas komplexer, weil man ein weiteres Hilfsverb braucht. Dieses Hilfsverb ist SEIN für das Perfekt und das Plusquamperfekt des Zustandspassivs und WERDEN für die entsprechenden Zeiten des Futurs. Aus dem “ersten” Hilfsverb SEIN wird in allen vier zusammengesetzten Zeiten ‘gewesen‘, das Partizip II von SEIN. Die folgende Übersicht zeigt euch alle 6 Zeitformen des Zustandspassivs.

Das Zustandspassiv kann natürlich auch im Konjunktiv gebildet werden. Dafür seht ihr diese beiden Beispiele für den Konjunktiv I und den Konjunktiv II im Präsens …

Das Haus sei gebaut.

Das Haus wäre gebaut.

Der Gebrauch des Zustandspassivs

Wie ihr oben schon gelesen habt, solltet ihr das Zustandspassiv verwenden, wenn bei einer Handlung weder der Prozess oder die Entwicklung der Handlung noch der Akteur (das Subjekt) der Handlung wichtig ist, sondern nur das Ergebnis. Es geht also darum, dass man mit dem Zustandspassiv feststellt, dass etwas “fertig” ist. Dieses Beispiel macht den Unterschied zwischen beiden Arten des Passivs deutlich …

Der Patient wird operiert.

Der Prozess / der Vorgang des Operierens ist für den Kontext wichtig.

Der Patient ist operiert.

Dieser Satz betont das Ergebnis des Operierens, also die abgeschlossene Operation.

 

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Zustandspassiv oder Aktivsatz mit SEIN + Adjektiv?

Manchmal kann es passieren, dass man den Unterschied zwischen einem Satz im Zustandspassiv und einem Aktivsatz mit SEIN (als Vollverb) und Adjektiv nicht direkt erkennt, wie in den folgenden Beispielen …

Der Winter ist beendet.

Der Winter ist vergangen.

 

Das Spiel ist entschieden.

Das Spiel ist gelaufen.

In diesen Fällen solltet ihr testen, ob die Kombination von SEIN und dem Partizip II auch im Vorgangspassiv möglich wäre.

Wenn das der Fall ist, handelt es sich um einen Satz im Zustandspassiv. Wenn ihr kein Vorgangspassiv bilden könnt, steht der Satz NICHT im Zustandspassiv.

In den Test-Beispielen stehen die rot markierten Sätze nicht im Zustandspassiv, weil das Vorgangspassiv mit den Partizipien ‘vergangen’ und ‘gelaufen’ nicht möglich ist. Deshalb handelt es sich bei diesen Sätzen um Aktivsätze.

 


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