Die Position von NICHT im Satz

WO steht das Wort NICHT im Satz?

Diese Frage wird mir in meinem Unterricht immer wieder gestellt. Die Antwort auf diese Frage ist nicht so leicht, trotzdem es gibt klare Regeln, die euch helfen.

Über diese Regeln für die Position von NICHT im Satz informiere ich euch in diesem Beitrag.

Es geht dabei zuerst um das Negationsadverb NICHT in Hauptsätzen. Später erkläre ich auch die kleinen Änderungen bei Nebensätzen.

Wenn wir die Position des Wortes NICHT im Satz kennen möchten, müssen wir die Elemente des Satzes und ihre Funktion im Satz kennen. Das Wort NICHT steht entweder VOR oder NACH diesen Elementen eines  Satzes. Aber jetzt zu den Regeln …

Das Negationswort NICHT steht …

NACH dem Subjekt und dem konjugierten Verb(teil)

Wir setzen NICHT immer hinter das Subjekt und das konjugierte Verb im Satz, wie in diesem Beispiel …

Frederick singt nicht.

Wir sehen hier das Subjekt (die Sonne) und das Verb (scheint). Dann folgt die Negation mit NICHT.

Wichtig !!! Das Wort NICHT steht nach dem KONJUGIERTEN Verb(teil). Andere Teile des Verbs oder mit ihm verbundene Nomen oder Adjektive stehen nach dem Wort NICHT. Seht euch dazu diese Beispiele an …

Anna geht nicht aus.

In diesem Satz seht ihr das Präfix „aus„, das der Negation mit NICHT folgt.

Ich habe nicht gekocht.

Ich möchte nicht kochen.

Die beiden Beispiele zeigen zwei andere Möglichkeiten, das Wort NICHT zwischen die beiden Verbteile zu setzen: das Perfekt und ein Modalverb mit Infinitiv am Ende des Satzes. Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel das Futur I, das Plusquamperfekt oder die Formen des Konjunktivs II mit würde.

Das Negationswort NICHT steht auch nach Verben, die im Kontext, mit Nomen verbunden sind, Die Nomen folgen dann oft am Ende des Satzes, wie es euch dieses Beispiel zeigt …

Ich spiele nicht Klavier.

Wichtig !!! Wenn ein anderer Satzteil als das Subjekt am Anfang des Satzes steht, bleibt das Wort NICHT hinter dem Subjekt, wie in diesem Beispiel …

Heute gehe ich nicht spazieren.

 

Achtung bei NEBENSÄTZEN!

Ihr wisst hoffentlich, dass das KONJUGIERTE Verb in Nebensätzen an das Ende gesetzt werden muss. Das Wort NICHT steht in diesen Sätzen nicht nach diesem Verb. Hierzu ein Beispiel mit einem Hauptsatz und einem Nebensatz

Frederick singt nicht.

Ich weiß, dass Frederick nicht singt.


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NACH Akkusativ- und Dativobjekten

Das Negationswort NICHT steht nach Akkusativobjekten und Dativobjekten. Diese Objekte können Nomen oder Pronomen sein. Wenn das Objekt ein Nomen ist, müsst ihr sehr aufpassen, mit welchem Artikel dieses Objekt steht, denn …

Vor Nomen mit dem unbestimmten Artikel oder dem Nullartikel verwenden wir den  Negativartikel KEIN !!!

Ich habe einen Garten. => Ich habe keinen Garten.

Mario mag frisches Obst => Mario mag kein frisches Obst. 

 

Bei Nomen mit anderen Artikeln verwenden wir NICHT nach diesen Objekten. Hierzu einige Beispiele …

Ich mag diesen Mann nicht.

Peter schreibt dem Chef den Brief nicht.

Maria gibt ihm ihren Schlüssel nicht.

Ich bringe es ihnen nicht.

 

Das Wort NICHT steht auch nach Genitivobjekten, wie hier …

Karl hat den Schlüssel des Hausmeisters nicht.

 

NACH temporalen Angaben

Bei temporalen Angaben, die wir auch adverbiale Bestimmung der Zeit nennen, steht NICHT nach diesen Angaben. Wir fragen nach diesen Angaben mit den Fragewörtern „wann“, „bis wann“,  „bis wann“, „wie lange“ oder anderen. Hier ein Beispiel für NICHT nach temporalen Angaben …

Die Sonne scheint heute nicht.

 

NACH kausalen Angaben

Das Wort NICHT steht auch nach kausalen Angaben. Das sind die Angaben im Satz, nach denen wir zum Beispiel mit „warum“, „weshalb“, „wieso“ fragen. Eine Negation mit einer kausalen Angabe kann so aussehen …

Ich gehe wegen des schlechten Wetters nicht spazieren.

 

Das Wort NICHT steht aber …

VOR Adjektiven, Nomen, Pronomen oder Eigennamen nach den Verben SEIN, WERDEN, BLEIBEN und (meistens) HEIßEN

Es gibt Verben, die gebraucht werden, um das Subjekt zu beschreiben. Das Subjekt kann durch ein Adjektiv, Nomen oder Pronomen oder Eigennahmen beschrieben werden.

Das Wort NICHT stellen wir in diesem Fall vor diese beschreibenden Teile im Satz, wie in diesen Beispielen …

Das Wetter ist nicht schön.

Ich bin nicht Herr Meier.

Stefan wird nicht Architekt.

 

VOR Adverbien (außer Temporaladverbien und Kausaladverbien)

Das Wort NICHT steht vor Adverbien, denn es negiert sie, wie in diesen Beispielen …

Die Kinder treiben nicht gerne Sport.

(Sie treiben Sport, aber nicht gerne.)

Paul trinkt heute nicht viel Bier.

(Paul trinkt Bier, aber nicht viel.)

WICHTIG !!! Ausnahmen sind temporale Adverbien und kausale Adverbien.

 

VOR modalen Angaben

Modale Angaben sind Informationen im Satz, nach denen wir zum Beispiel mit dem Fragewort „wie“ fragen. Das Wort NICHT steht VOR diesen Angaben. Diese modalen Angaben sind oft Adverbien, aber auch Nomen mit Präpositionen, wie in diesen Beispielen…

Ich gehe nicht gerne zum Friseur.

Anna spielt nicht mit ihren Puppen.

 

VOR lokalen Angaben

Nach lokalen Angaben im Satz fragen wir mit „wo“, „wohin“ oder „woher“. Die Negation mit NICHT steht immer VOR diesen Lokalangaben. Lokalangaben sind oft Orte, Plätze oder (Pro-)Nomen nach Präpositionen oder Lokaladverbien. Drei Beispiele zeigen euch das klar …

Wir fahren nicht nach Paris.

Der Hammer liegt nicht dort.

Die Tasse steht nicht auf dem Tisch.

 

VOR Präpositionalobjekten

Präpositionalobjekte sind Verben, Adjektive oder Nomen, die mit einer festen Präposition stehen. Das Wort NICHT positionieren wir immer vor diesen Präpositionalobjekten, wie ihr es in diesen Beispielen sehen könnt …

Im Urlaub denkt er nicht an seine Arbeit.

Maria interessiert sich nicht für Fußball.

Sein Chef ist dem Mitarbeiter nicht für seine Arbeit dankbar.

 

Ihr seht, dass es klare Regeln für die Position von NICHT im Satz gibt, aber manchmal haben wir auch Elemente im Satz, die wir verneinen wollen, aber es nach den Regeln nicht dürfen? In diesen Situationen brauchen wir …

 

Die Konjunktion SONDERN

Die Konjunktion SONDERN ist ein Konnektor zwischen Hauptsätzen oder zwischen Teilen davon. Mit SONDERN korrigieren wir negative Aussagen des Hauptsatzes, den wir vorher geschrieben haben.

Der Konnektor SONDERN ist interessant, weil wir es immer brauchen, wenn wir das Wort NICHT „gegen“ die Regeln für die Position von NICHT gebrauchen wollen. Man kann also „gegen“ die Regeln negieren, aber dann muss man die negative Aussage mit SONDERN korrigieren. Seht euch dazu ein Beispiel an …

Ich gehe nicht heute ins Kino, sondern morgen.

In diesem Beispiel steht das Wort NICHT VOR dem Temporaladverb „heute„. Das ist „gegen“ die Regeln. Da wir aber das Wort „heute“ verneinen möchten, erwartet der Hörer/Leser eine Erklärung mit SONDERN und der korrigierenden Aussage.


 

 

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