Alternativen zum Passiv: man und jemand

Die Passiversatzformen sind ein relativ schwieriges Thema für Deutschlernende. Wie es das Wort „Passiversatz“ schon beschreibt, können sie Passivsätze ersetzen und Alternativen zum Passiv sein, Sie geben dem Sprecher (und Schreiber) mehr Möglichkeiten, sich auszudrücken, wenn er das Passiv nicht verwenden will.

In diesem Beitrag geht es um die Passiversatzformen allgemein und die konkreten Beispiele „man“ und „jemand“.

Was sind Passiversatzformen?

Wie schon gesagt kann man mit Passiversatzformen Alternativen zu Passivsätzen bilden. Die meisten Passiversatzformen sind eigentlich Aktivsätze, haben aber einen „passivischen“ Sinn.

 

Warum sind Passiversatzformen sinnvoll?

Wie ihr sicher wisst, verwenden wir das Passiv, um auszudrücken, dass in einem Satz die Handlung wichtig ist, aber nicht wichtig ist, wer der Akteur (oder das Subjekt) einer Handlung war.
Wer etwas schreibt oder spricht, der möchte sich aber möglichst elegant und variabel ausdrücken. Dies gelingt nicht so gut, wenn man dabei immer wieder Passivstrukturen verwendet.

Passiversatzformen helfen dabei, die Sprache variabler und damit eleganter zu machen, ohne dass dabei auf die Idee des Passivs in einem Satz verzichtet werden muss.

 

Die bekannteste Passiversatzform: man

Wenn über Passiversatzformen gesprochen wird, denken wir meistens zuerst an das Indefinitpronomen „man“, das „aktivisch“ als dritte Person Singular verwendet wird, aber einen „passivischen“ Sinn hat. Es ist deshalb eine mögliche Passiversatzform, die alle Formen und Zeiten eines Passivsatzes ersetzen kann, wie in den folgenden Beispielen …

Heute wird das Auto wird (vom Mechaniker) repariert.

Heute repariert man das Auto.

Die Passivform „wird … repariert“ kann durch die Aktivform „man“ ersetzt werden.

Dabei ist wichtig, dass die Angabe des Akteurs mit „von“ + Dativ (hier: „vom Mechaniker“) in einem Satz mit „man“ NIE verwendet werden darf, weil der Satz mit „man“ ja eine passivische Bedeutung hat.

Das Paket kann morgen abgeholt werden.

Man kann das Paket morgen abholen.

Hier haben wir eine Passivform mit dem Modalverb „können“, die auch mit einem Aktivsatz mit „man“ ausgedrückt werden kann.

In einigen Situationen beinhalten Sätze mit „man“ nicht nur eine passivische Idee, sondern werden auch wie eine Art Imperativ verwendet. Oft hören wir Sätze wie diesen …

Das macht man (doch) nicht!

Dagegen klingt der Passivsatz …

Das wird (doch) nicht gemacht!

… nicht wirklich nach gutem Deutsch. Ihr müsst also ein bisschen aufpassen, wie ihr „man“ gebraucht.


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Das Indefinitpronomen „jemand“ als Alternative?

Manchmal (aber nicht immer) kann auch das Indefinitpronomen „jemand“ in einem Aktivsatz als Ersatz für einen Passivsatz genommen werden.

Aus dem Passivsatz …

Hier wird ein Haus gebaut.

wird mit „jemand“ …

Hier baut jemand ein Haus.

Jedoch sollte man beachten, dass „jemand“ nicht so allgemein klingt wie „man“. Es klingt mehr nach einer einzelnen (singulären) Person, die aber unbestimmt ist. Deshalb ist „jemand“ für einige Beispiele nicht sehr sinnvoll, vor allem bei Passivsätzen mit Modalverben. Ein Beispiel …

Hier darf geparkt werden

Hier darf jemand parken.

Hier klingt „jemand“ seltsam, da die Erlaubnis zum Parken allgemein ist. Deshalb ist besser …

Hier darf man parken.

 

Also immer „man“ oder „jemand“ statt  Passiv?

Das Indefinitpronomen „man“ ist zwar eine recht einfache Alternative zum Passiv, aber ihr solltet „man“ nicht zu häufig verwenden, sondern zwischen Passivsätzen und Sätzen mit „man“ variieren. Außerdem kann es oft sinnvoll sein, Sätze doch besser im Aktiv auszudrücken und ganz auf das Passiv zu verzichten.

Darüber hinaus stehen euch in einigen Fällen andere Alternativen zum Passiv zur Verfügung. Diese Passiversatzformen, über die ihr in einem späteren Beitrag mehr lesen könnt, sind jedoch oft nur Alternativen zu Passivsätzen mit Modalverben.


 


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