Der Imperativ

Mit dem Imperativ könnt ihr Befehle, Aufforderungen, Anweisungen und Instruktionen ausdrücken. Auch wenn ihr eine Bitte stärker formulieren möchtet, ist der Imperativ ein gutes Instrument dafür.

In diesem Artikel erkläre ich euch den Imperativ und wie ihr ihn bilden müsst.

Für welche Personen ist der Imperativ möglich?

In der deutschen Sprache habt ihr die Möglichkeit, den Imperativ für die 2. Person Singular (du), für die 2. Person Plural (ihr) und für die Höflichkeitsform (Sie) zu bilden. Das sind die (grammatischen) Personen, die ihr mit Befehlen oder Wünschen “adressieren” könnt.

Der Imperativ für die 2. Person Singular (du)

Wenn ihr den Imperativ für die 2. Person Singular (du) bilden wollt, nehmt ihr die Verbform für ‘du‘, aber OHNE die Endung -st. Auch das Personalpronomen braucht ihr nicht. In diesem Beispiel seht ihr, wie es funktioniert …

Du gehst => Geh!

Es ist wichtig, dass ihr diese Regel auch bei den unregelmäßigen Verben beachtet, wie beim Verb ‘nehmen‘ …

Du nimmst => Nimm!

Es wird etwas komplizierter, wenn das unregelmäßige Verb in der 2. Person Singular (du) einen Umlaut hat. Dieser Umlaut wird im Imperativ NICHT verwendet. Hier ein Beispiel dafür …

Du fährst => Fahr!

Bitte denkt daran, dass ihr diese Vokaländerung NUR für die unregelmäßigen Verben braucht. Wenn ein regelmäßiges Verb in der 2. Person Singular (du) einen Umlaut hat, steht dieser Umlaut auch im Imperativ. so zum Beispiel bei der regelmäßigen Form des Verbs ‘hören’…

du hörst zu => Hör zu!

 

Wann müsst ihr ein -e- an den Imperativ anhängen?

Wenn der Verbstamm auf t, d, ig, chn, dn, fn, gn oder tm endet, müsst ihr an das Ende der Imperativform in der 2. Person Singular ein -e- setzen, wie in diesen Beispielen …

Du findest => Finde!

Du rechnest => Rechne!

 

Die Stammendung auf -s- oder-z- bleibt

Wenn der Wortstamm auf -s oder -z endet, dürft ihr der Form von ‘du’ NUR das -t- wegnehmen, wie in diesem Beispielen …

Du liest – Lies!

Du tanzt – Tanz!

 

Jedoch könnt ihr es oft auch bei den anderen Formen oft sehen, dass die die “du-Form” mit einem -e am Ende steht, zum Beispiel in Schulbüchern für Kinder und Jugendliche.

Solche Ausnahmen sehen und hört man relativ oft, vor allem in der gesprochenen Sprache.

 

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Der Imperativ für die 2. Person Plural (ihr)

Der Imperativ für die 2. Person Plural (ihr) ist ganz leicht. Ihr braucht nur die Form des Verbs für ‘ihr’ und verwendet diese Form OHNE das Personalpronomen ‘ihr’, wie in diesem Beispiel …

Ihr geht => Geht!

Das ist auch so bei den unregelmäßigen Verben, weil die Formen in der 2. Person Plural regelmäßig sind.

 

Der Imperativ für die Höflichkeitsform (Sie)

Auch für die Höflichkeitsform mit ‘Sie’ könnt ihr den Imperativ ganz leicht bilden. Ihr verwendet die Höflichkeitsform mit dem Personalpronomen ‘Sie’ und tauscht die Position der beiden Wörter, wie ihr das in diesem Beispiel sehen könnt …

Sie fahren => Fahren Sie!

Ihr könnt es auch so lernen: Ihr nehmt den Infinitiv des Verbs und dann folgt das Personalpronomen ‘Sie’.
Auch für diese Person gibt es keinen Unterschied zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Verben.

 

Unregelmäßige Formen

Leider gibt es auch im Imperativ unregelmäßige Formen , aber es sind nur die 3 Verben ‘sein‘, ‘haben‘ und ‘werden‘.

Das Verb ‘sein‘ ist in den Formen für ‘du’ und ‘Sie’ unregelmäßig; die Imperative von ‘haben‘ und ‘werden‘ sind nur in der 2. Person Singular (du) unregelmäßig.

 

Gibt es einen Imperativ für die erste Person Plural (wir)?

Wenn man einer Gruppe, zu der man selbst gehört, einen Befehl geben will, verwendet man manchmal den Imperativ für die erste Person Plural, wie in diesem Beispiel …

Gehen wir!

Diese Form klingt ein bisschen wie eine Frage und ist sicher auch als Frage (mit Fragezeichen) möglich.

Unter Experten für die deutsche Sprache ist diese “wir-Form” des Imperativs umstritten. Einige akzeptieren die “wir-Form” als vierte mögliche Imperativform, andere nicht.

Eine Alternative ist der Imperativ mit ‘lassen’ in der Form für die 2. Person Singular oder Plural, wie man es in diesem Beispiel sieht …

Lass uns gehen!

Lasst uns gehen!

 

Der Imperativ im Satz

Sätze mit Imperativ nennen wir auch Befehlssätze. Sie beginnen mit dem Imperativ. Das bedeutet, dass das Verb am Anfang steht, wie hier …

Komm nach Hause!

Am Ende eines Befehlssatzes steht normalerweise ein Ausrufe-zeichen ( ! ).

Bei trennbaren Verben steht das Präfix am Ende des Satzes, bei untrennbaren Verben findet ihr das ganze Verb am Anfang des Satzes. Dafür seht ihr zwei Beispiele …

Mach das Licht aus!

Verkauf dein Auto nicht!

 

Wo steht der Empfänger des Befehls?

Wenn ihr sagen wollt, für wen der Befehl ist, könnt ihr diese Person(en) am Anfang des Satzes nennen. Bitte denkt daran, dass nach diesen Personen ein Komma stehen muss, denn es funktioniert wie bei einer Anrede. Einige Beispiele dafür …

Florian, mach jetzt deine Hausaufgaben!

Karin und Stefan, bitte gebt mir eure Handys!

Kinder, spielt nicht auf der Straße!

Frau Müller, kommen Sie bitte in mein Büro!

Sehr geehrte Damen und Herren, bitte nehmen Sie Platz!

 

Mehr Höflichkeit beim Imperativ mit ‘bitte’

Wenn ihr den Befehl höflich oder freundlich formulieren wollt, könnt ihr den Satz mit “bitte” beginnen, wie in diesem Beispiel …

Bitte komm bald nach Hause!

Nach “bitte” steht KEIN Komma!

Da bitte eine adverbiale Bestimmung der Art und Weise (modales Adverb) ist, kann man das Wort auch hinter den Imperativ setzen, wie hier …

Räum bitte dein Zimmer auf!

 


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