Die zweiteiligen Konnektoren ZWAR … ABER und EINERSEITS … ANDERERSEITS

Die zweiteiligen Konnektoren „zwar … aber“ und „einerseits … andererseits“ bieten euch zwei wichtige Möglichkeiten, eine mündliche oder schriftliche Argumentation zu strukturieren.

Im Folgenden erkläre ich euch, wann und wie ihr diese Konnektoren verwenden könnt.

Was haben beide Konnektoren gemeinsam?

Die zweiteiligen Konnektoren „zwar … aber“ und „einerseits … andererseits“ könnt ihr verwenden, wenn ihr die Aussagen von zwei Hauptsätzen verbinden wollt und zugleich eine Einschränkung oder einen Gegensatz zwischen beiden Sätzen ausdrücken wollt.

Deshalb werden beide Konnektoren oft „restriktiv“ (einschränkend) oder „adversativ“ (gegensätzlich) genannt .

Sie werden gebraucht, um die Information des ersten Hauptsatzes im zweiten Hauptsatz einzuschränken. Manchmal ist die Einschränkung jedoch so stark, dass ein Gegensatz daraus wird.

Obwohl schon der Konnektor „aber“ oder andere Konnektoren einschränkend oder gegensätzlich sind, kann man eine Einschränkung / einen Gegensatz mit diesen beiden Konnektoren klarer ausdrücken.

Wenn ihr „zwar … aber“ oder „einerseits … andererseits“ verwendet, muss nach dem ersten Hauptsatz ein Komma stehen.

 

Der Konnektor „zwar … aber“

Wenn ihr „zwar … aber“ verwendet, müsst ihr beachten, dass das Wort „zwar“ im ersten Hauptsatz auf Position 1 oder hinter dem Verb stehen kann.

Das Wort „aber“ könnt ihr zwischen den ersten und den zweiten Hauptsatz (auf Position 0) setzen, wie in diesen Beispielen …

Zwar habe ich die Prüfung bestanden, aber ich spreche nicht gut Englisch.

Ich habe zwar die Prüfung bestanden, aber ich spreche nicht gut Englisch.

Manchmal finden wir das Wort „aber“ auch nach dem Verb, wie in diesem Beispiel …

Zwar habe ich die Prüfung bestanden, ich spreche aber nicht gut Englisch.

Wenn das Subjekt im ersten und im zweiten Satz gleich ist, können wir es im zweiten Satz weglassen. Ihr seht das in diesem Beispiel …

Zwar habe ich die Prüfung bestanden, spreche aber nicht gut Englisch.

Wenn das Subjekt und das Verb identisch sind, könnt ihr den zweiten Hauptsatz sogar ohne Subjekt und Verb ausdrücken, wie hier …

Zwar esse ich gerne Fleisch, aber keinen Fisch.

 

In der gesprochenen Sprache könnt ihr manchmal das Wort „ja“ (immer hinter dem Verb) statt des Wortes „zwar“ hören. Die Bedeutung ist aber ähnlich. Man macht eine Aussage, die man im zweiten Hauptsatz einschränkt oder die man mit einem Gegensatz im zweiten Hauptsatz verbindet, wie in diesem Beispiel …

Du hast ja Recht, aber du solltest ihm das nicht sagen.

 

Statt „aber“ kann auch das satzverbindende Adverb „jedoch“ verwendet werden. Dieses Adverb steht aber nicht zwischen beiden Hauptsätzen, sondern kann auf Position 1 oder nach dem Verb des zweiten Hauptsatzes stehen, wie in diesen Beispielen …

Zwar habe ich die Prüfung bestanden, jedoch spreche ich nicht gut Englisch.

Zwar habe ich die Prüfung bestanden, ich spreche jedoch nicht gut Englisch.

Wenn ihr „jedoch“ verwendet, müsst ihr das Subjekt und das Verb auch im zweiten Hauptsatz verwenden.

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Der Konnektor „einerseits … andererseits“

Auch mit dem zweiteiligen Konnektor „einerseits … andererseits“ könnt ihr ein Argument aus dem ersten Hauptsatz im nachfolgenden Hauptsatz einschränken.

Beide Teile des Konnektors könnt ihr auf den ersten Platz oder hinter das Verb stellen. Oft verwenden wir dafür diese Variante …

Einerseits habe ich die Prüfung bestanden, andererseits spreche ich nicht gut Englisch.

 

Seltener werden diese drei Varianten gebraucht …

Ich habe einerseits die Prüfung bestanden, andererseits spreche ich nicht gut Englisch.

Einerseits habe ich die Prüfung bestanden, ich spreche andererseits nicht gut Englisch.

Ich habe einerseits die Prüfung bestanden, ich spreche andererseits nicht gut Englisch.

Vor allem die dritte und die vierte Variante klingen ein bisschen ungewöhnlich, weil „andererseits“ selten hinter dem Verb steht. Manchmal setzen wir in diesem Fall noch das Wort „aber“ vor „andererseits“.

Ein wichtiger Hinweis für die Aussprache und die Orthografie des Wortes „andererseits“: Manchmal lese oder höre ich das Wort „andererseits“ falsch, denn in diesen Fällen wird ein -er- vergessen.

Es heißt NICHT „anderseits“, sondern „anderERseits“!!!

 

Einschränkung oder Gegensatz?

Oft verwenden wir die zweiteiligen Konnektoren „zwar … aber“ und „einerseits … andererseits“,  wenn der zweite Satzteil die Information des ersten einschränkt, wie hier …

Ich esse zwar gerne Süßigkeiten, aber das ist nicht gesund.

In diesem Satz wird die Freude an den Süßigkeiten durch das Argument „nicht gesund“ eingeschränkt. Aber die Freude bleibt wichtiger.

Anders ist es in diesem Beispiel …

Zwar hatte ich mich auf den Film gefreut, aber ich fand ihn sehr langweilig.

Hier wird die Freude auf den Film durch das „langweilige“ Erlebnis dieses Films so sehr minimiert, dass beide Teilsätze wie zwei Gegensätze erscheinen.


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