Das Perfekt mit HABEN

Wir verwenden das Perfekt normalerweise, wenn wir sprechen. Wir wählen diese Zeit, wenn wir über die Vergangenheit sprechen. Das Perfekt ist also die „gesprochene“ Vergangenheitszeit.

Da wir das Perfekt im Alltag oft benutzen, ist es wichtig, dass man es korrekt bilden kann.

Das Perfekt (und auch das Plusquamperfekt) werden mit den Hilfsverben HABEN oder SEIN und dem Partizip II des Verbs gebildet.

Aber die interessante Frage für Menschen, die Deutsch lernen, ist:

Wann brauchen wir ‚haben‘ und wann brauchen wir ’sein‘?

In diesem Beitrag geht es zunächst um das Perfekt (oder das Plusquamperfekt) mit HABEN, also …

Wann brauchen wir HABEN?

Es gibt einige klare Situationen, in denen wir das Hilfsverb HABEN für das Perfekt oder das Plusquamperfekt verwenden müssen.

Die Top-Regel: Verben mit Akkusativ im Perfekt mit HABEN

Immer wenn wir das Verb mit einem direkten Objekt, also mit einem Akkusativobjekt, gebrauchen können, müssen wir HABEN für das Perfekt (oder das Plusquamperfekt) nehmen. Es ist dabei nicht wichtig, ob wir das Akkusativobjekt wirklich verwenden oder nicht. Diese Verben mit möglichem direkten Objekt (Akkusativ) nennen wir transitive Verben.

Diese zwei Beispiele zeigen das Perfekt mit HABEN:

Ich habe einen Film gesehen.

Der Mann hat geraucht.

Im ersten Beispiel finden wir das Akkusativobjekt „einen Film“ mit dem transitiven Verb „sehen“. Deshalb brauchen wir HABEN für das Perfekt.

Im zweiten Beispiel haben wir kein Akkusativobjekt, aber wir könnten zum Beispiel ein Akkusativobjekt „eine Zigarette“ mit dem Verb „rauchen“ verwenden. Auch hier müssen wir HABEN für das Perfekt nehmen.

Reflexive Verben im Perfekt mit HABEN

Alle reflexiven Verben bilden das Perfekt und das Plusquamperfekt mit HABEN. Es ist dabei egal, ob das Reflexivpronomen im Akkusativ oder im Dativ steht. Das ist deshalb so, weil in Sätzen mit einem Relativpronomen im Dativ meistens ein anderes Akkusativobjekt steht. Schauen wir uns zwei Beispiele an …

Ich habe mich gewaschen.

Du hast dir das Gesicht gewaschen.

WIr sehen hier in beiden Fällen das Perfekt mit HABEN, weil wir reflexive Verben ins Perfekt setzen. Im ersten Satz steht das Reflexivpronomen im Akkusativ, im zweiten Satz haben wir das Reflexivpronomen im Dativ, ihm folgt jedoch das Akkusativobjekt „das Gesicht“.

Modalverben im Perfekt mit HABEN

Auch die Modalverben stehen im Perfekt / Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb HABEN. Generell drücken die Modalverben aus, dass man ‚ETWAS‘ machen kann, darf, will, muss oder möchte. Dieses ‚ETWAS‘ ist normalerweise ein Akkusativobjekt. Auch hier folgen wieder zwei Beispiele …

Paul hat gestern nicht arbeiten müssen.

Christine hat den Test nicht gekonnt.

Die zwei Beispiele zeigen Modalverben im Perfekt mit HABEN.

Im ersten Satz sehen wir das Modalverb ‚müssen‘ mit dem Verb ‚arbeiten‘, das heißt, Paul muss ‚ETWAS‘ (hier: arbeiten) machen.

WICHTiG: Wenn wir das Modalverb mit einem weiteren Verb ins Perfekt / Plusquamperfekt setzen, setzen wir beide Verben in die Infintivform.

Im zweiten Satz haben wir das Modalverb ‚können‘, das im Perfekt auch mit HABEN gebildet wird, denn Christine hat ETWAS (hier: den Test) nicht gekonnt.

WICHTIG: Wenn wir nur das Modalverb (ohne ein anderes Verb) im Perfekt / Plusquamperfekt verwenden wollen, nehmen wir HABEN mit dem Partizip II des Modalverbs.


 

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