HATTE und HÄTTE

Manchmal stellen mir Schüler die Frage, was der Unterschied zwischen den Verben ‚hatte‘ und ‚hätte‘ ist.

Obwohl sich diese beiden sehr ähnlichen Wörter auf den ersten Blick nur durch den Umlaut unterscheiden, haben sie verschiedene Funktionen.

In diesem Beitrag lernt ihr, wann ihr ‚hatte‘ oder ‚hätte‘ gebrauchen könnt.

Das Verb HATTE für das Präteritum

Das Verb ‚hatte‚ kennt ihr sicher, wenn ihr das Präteritum gelernt habt, denn es ist eine mögliche Vergangenheitsform des Verbs ‚haben‘.

Dieses Beispiel zeigt euch die Verwendung von ‚hatte‘ in der Form des Präteritums

Gestern hatte Manfred viel Zeit.

 

Das Verb HATTE als Hilfsverb

Das Verb ‚hatte‚ braucht ihr auch als Hilfsverb für die Bildung des Plusquamperfekts, die sogenannte Vorvergangenheit. Ihr braucht das Plusquamperfekt, wenn ihr ausdrücken wollt, dass etwas in der Vergangenheit VOR etwas anderem liegt, wie in diesem Beispiel …

Nachdem ich gekocht hatte, fuhr ich zur Arbeit.

 

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Das Verb HÄTTE für die Formen des Konjunktivs II

Die Form ‚hätte‚ braucht ihr immer, wenn ihr etwas im Konjunktiv II ausdrücken wollt. Diesen Konjunktiv II braucht ihr in der Regel, wenn wir über eher unwahrscheinliche Hypothesen und Möglichkeiten, Bedingungen oder irreale Situationen sprechen wollt. Dabei ist die Verwendung von ‚hätte‚ sowohl beim Konjunktiv II Präsens als auch im Konjunktiv II der Vergangenheit möglich.

 

HÄTTE im Konjunktiv II Präsens

Wenn ihr sagen wollt, dass ihr etwas „haben würdet„, solltet ihr das immer mit ‚hätte‚ ausdrücken, denn ‚hätte‘ bedeutet „würde haben“. Dabei ist ‚hätte‚ ein Vollverb mit eigener Bedeutung. Das folgende Beispiel zeigt euch den Gebrauch von ‚hätte‚ in einem irrealen Bedingungssatz, für den ihr den Konjuntiv II Präsens braucht …

Wenn ich mehr Geld hätte, würde ich das Motorrad kaufen.

Die Form „würde haben“ solltet ihr dagegen nicht verwenden !!!

 

HÄTTE im Konjunktiv II der Vergangenheit

Das Verb ‚hätte‚ findet ihr darüber hinaus im Konjunktiv II der Vergangenheit. In diesem Fall ist es Hilfsverb und ist nötig, wenn die Form des Konjunktivs II mit einem Verb gebildet wird, dass auch im Perfekt oder im Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb ‚haben‘ stehen muss.

Ihr braucht den Konjunktiv II der Vergangenheit, wenn ihr über irreale Wünsche, Handlungen und Situationen sprechen wollt, die in der Vergangenheit liegen. Diese Wünsche, Handlungen und Situationen, haben jedoch nicht stattgefunden und sie können in der Gegenwart nicht mehr Wirklichkeit werden, weil sie ja vergangen sind. Deshalb sind sie „irreal“.

Ein Beispiel für ‚hätte‘ als Hilfsverb im Konjunktiv II der Vergangenheit …

Wenn Martin nicht zu lange geschlafen hätte, wäre er pünktilich zur Arbeit gekommen.

In der Realität hat Martin leider zu lange geschlafen und ist zu spät zur Arbeit gekommen. Das Ereignis liegt in der Vergangenheit und kann deshalb nicht mehr geändert werden.


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