Was sind Partikeln?

Kennt ihr diese kleinen Wörter, die ihr nicht übersetzen könnt?    Wörter, wie in diesen Beispielen …

Du bist doch selbst schuld an deinen Problemen!

Machst du mal bitte die Tür auf?

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Partikeln in der deutschen Grammatik. Die Partikeln sind für viele, die Deutsch lernen, eine wirkliche Wissenschaft, weil es diese kleinen Wörter in anderen Sprachen in dieser Form oft nicht gibt.

Was sind Partikeln?

Das Wort „Partikel“ kommt von dem lateinischen Wort „particula“ und bedeutet „Teilchen“. In der Sprachwissenschaft ist das Wort „Partikel“ ein Substantiv im Femininum und sein Plural ist „Partikeln“.

Für das Wort „Partikel“ werden in der Grammatik meistens zwei Definitionen genannt. Nach der ersten, „weiteren“ Definition sind „Partikeln“ Funktionswörter, die nicht flektierbar, (veränderbar) sind. Das bedeutet, dass man sie beispielsweise nicht deklinieren oder konjugieren kann. Sie bleiben immer gleich und verändern ihren Stamm oder ihre Endungen nicht.
Einige Sprachwissenschaftler sehen alle nicht flektierbaren Wörter, wie Präpositionen, Adverbien oder Konjunktionen, als „Partikeln“ an.

Es gibt aber auch viele Sprachwissenschaftler, die eine „engere“, limitiertere Definition bevorzugen. Nach der „engeren“ Definition sind Partikeln nur unflektierbare Wörter, die NICHT zu den Präpositionen, Adverbien oder Konjunktionen gehören.

In der „Partikologie“ (Lehre der Partikeln) wird also insgesamt sehr stark darüber diskutiert, welche Wörter zu den Partikeln zählen oder nicht.



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Merkmale von Partikeln

Partikeln verwenden wir in der Regel in der gesprochenen Sprache und sie helfen uns, lebendiger zu sprechen.

Durch Partikeln bringen wir subjektive Emotionen in unsere Sätze. Mit diesen kleinen Wörtern können wir zum Beispiel den Inhalt eines Satzes positiv oder negativ kommentieren, aber auch unsere Überraschung zeigen. Mithilfe von Partikeln kommunizieren wir emotionaler als ohne Partikeln. Für einige Partikeln sind mehrere dieser emotionalen Bewertungen möglich.

Viele Partikeln sind keine selbstständigen Satzglieder im Satz; sie können nur Teile von Satzgliedern sein. Man muss sie nicht verwenden. Wie schon gesagt, gebrauchen wir Partikeln oft in der (subjektiveren und emotionaleren) mündlichen Sprache, aber seltener in der (objektiveren und sachlicheren) Schriftsprache und fast nie, wenn eine formale Schriftsprache erforderlich ist. Man kann sie also weglassen, ohne dass sich die inhaltliche Bedeutung des Satzes verändert. Die Handlung oder die Aussage des Satzes bleibt also gleich, aber die subjektive Bewertung wird weggelassen. Ein Satz ohne Partikeln bleibt aber grammatikalisch korrekt.

In vielen Fällen kann man nicht nach Partikeln fragen; es gibt meistens keine Fragewörter für Partikeln. Für das Beispiel …

Das Ergebnis war ja vorher schon klar!

… finden wir keine vernünftige Frage für die Partikel „ja“.

Wenn man jedoch die „weitere“ Definition für Partikel wählt, können sich bei einzelnen Adverbien Fragen ergeben.

 


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