Welche Typen von Partikeln gibt es?

In einem anderen Beitrag habe ich erklärt, was die Partikeln in der deutschen Sprache sind.

Hier geht es um die verschiedenen Typen von Partikeln und einige Beispiele dafür.

In der deutschen Sprache kann man viele Typen von Partikeln finden, Welche Wörter aber am Ende zu den Partikeln zählen, hängt aber davon ab, was man als „Partikel“ sieht oder nicht. Die wissenschaftliche Literatur ist sich hier nicht einig.

Welche Typen von Partikeln gibt es?

Ein Blick in den Duden ergibt folgende Typen von Partikeln: Abtönungspartikeln, Fokuspartikeln, Gesprächspartikeln, Gradpartikeln, Modalpartikeln, Negationspartikeln, Responsivpartikeln, und Interjektionen.

Es ist dabei möglich, dass ein Partikelwort zu mehreren Typen gehören kann.

 

Die Abtönungspartikeln

Beispiele für Abtönungspartikeln sind Wörter wie „denn“, „doch“,  „ja“, „eben“, „halt“.

Abtönungspartikeln brauchen wir vor allem in der mündlichen Kommunikation und nach der Definition des Dudens ermöglichen sie „der eigenen Aussage eine bestimmte subjektive Tönung zu geben oder auf vorangegangene Äußerungen in bestimmter Weise mit Zustimmung, Ablehnung, Einschränkung, Erstaunen o. Ä. Bezug zu nehmen“ (Duden), wie in diesem Beispiel …

Du sprichst ja schon gut Deutsch.

Die Partikel „ja“ drückt in diesem Satz eine Überraschung des Sprechers aus.

 

Die Fokuspartikeln

Zur Gruppe der Fokuspartikeln gehören Wörter wie „besonders“, „so“, „sehr“, „sogar“, „wenig“, „viel“, „ziemlich“, „zu“.

Fokuspartikeln betonen normalerweise in bestimmtes Satzglied auf eine subjektive Weise, wie in diesem Beispiel …

Alle Kursteilnehmer haben die Prüfung bestanden, sogar die schlechten Kursteilnehmer.

 

Die Gesprächspartikeln

Wörter wie „äh“, „ja“, „genau“, „nein“, „okay“, „richtig“, „super“ können Gesprächspartikeln sein. Mit Gesprächspartikeln versuchen wir manchmal Pausen in der Konversation zu überbrücken. Wir drücken mit ihnen aber auch Reaktionen auf Aussagen eines Gesprächspartners aus. Hier einige Beispiele …

Ich denke, äh, dass wir über das Thema sprechen müssen. 

Okay, ich komme um fünf Uhr.

 

Die Gradpartikeln

Zu den Gradpartikeln, auch Steigerungspartikeln genannt, sind Wörter wie „absolut“, „äußerst“, „einigermaßen“, „enorm“, „ganz“, „höchst“, „recht“ oder auch „total“ zu zählen.

Mit diesen Partikeln, die immer vor Adjektiven oder Adverbien stehen, schwächen oder verstärken wir diese Wörter, wie in diesen zwei Beispielen …

Dieser Plan ist absolut sinnlos.

Wir finden diese Entwicklung höchst erfreulich.

Einige dieser Partikeln werden in der Germanistik auch als Fokuspartikeln gesehen.

 

Die Modalpartikeln

Die Gruppe der Modalpartikeln umfasst Adverbien wie „denn“, „doch“, „eigentlich“, „ja“, „mal“ und noch einige mehr.

Mit den Modalpartikeln bringen wir Gefühle und Bewertungen in den Satz ein, wie hier …

Das kann doch nicht wahr sein!

Ich muss mal mit dir sprechen.

Die Bedeutung der Modalpartikeln sind für Deutschlernende sicher schwer zu verstehen, weil sie ganz unterschiedliche Emotionen in einem Satz zeigen können. Man braucht viel Erfahrung, um Modalpartikeln richtig zu verstehen und einzusetzen.



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 Die Negationspartikeln

Das Adverb „nicht“ und seine Varianten „überhaupt nicht“, „gar nicht“ oder „ganz und gar nicht“ sind Negationspartikeln. Anders als viele andere Partikeln verändern Negationspartikeln jedoch die Aussage des Satzes komplett, wie in diesem Beispiel …

Ich fühle mich in dieser Stadt wohl.

Ich fühle mich in dieser Stadt nicht wohl.

Die Partikel „nicht“ verändert die Bedeutung des Satzes ins Gegenteil.

 

Die Responsivpartikeln (Antwortpartikeln)

Zu den Responsivpartikeln gehören Kurzantworten wie „ja“, „nein“, „doch“, aber auch Wörter der Bestätigung oder der Einschränkung wie „genau“ oder „zwar“.

Diese Wörter können alleine stehen und sogar ein Satz sein. Mit ihnen geben wir (Ausnahme: „zwar“) eine Antwort auf eine Frage. Hier seht ihr einige Beispiele …

Hast du Peters neues Auto schon gesehen? – Ja.

Kannst du gut tanzen? – Nein.

Hast du deinen Koffer noch nicht gepackt? – Doch!

Du bist zwar gut, aber das ist nicht genug.

 

Die Interjektionen (Ausrufe-/Empfindungspartikeln)

Interjektionen sind Wörter wie beispielsweise „ach“, „aua“, „hurra“, oder „oh je“, mit denen wir Empfindungen oder Gefühle sehr emotional ausdrücken, wie in diesen Beispielen …

Aua, das tut weh.

Hurra, wir haben endlich Schulferien.

Schade!

Diese Wörter können oft alleine stehen und sie können Ausrufe (mit Ausrufezeichen) sein.

Man kann zwischen primären und sekundären Interjektionen unterscheiden.

Zur Gruppe der primären Interjektionen gehören menschliche oder tierische Laute (sogenannte Onomatopoetika) sowie das Imitieren eines bestimmten Geräuschs.

Sekundäre Interjektionen sind Wórter, die normalerweise eine andere Bedeutung haben, aber zum Ausdruck von Emotionen gebraucht werden, wie beispielsweise diese …

Mensch, mach doch schneller!

Mist, ich habe mein Buch zu Hause vergessen!

Scheiße!

Auch diese Partikeln können alleine stehen und als Satz gelten.

 


 

 

 

 

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