Welcher Artikel bei welcher Nomenendung?

Ein Problem für Menschen, die Deutsch lernen, ist die Frage, welcher Artikel richtig ist. Die deutsche Sprache hat nicht nur einen Artikel, wie zum Beispiel die englische Sprache. Deutsch hat drei Geschlechter (Genera): männlich (maskulin), weiblich (feminin) und sächlich (neutrum).

Leider kann man kann das richtige Genus nicht für alle Substantive leicht bestimmen.

Viele Deutschlehrer empfehlen, alle neuen Vokabeln mit dem Artikel zu lernen, aber es gibt einen Trick, der euch hilft, den richtigen Artikel in etwa 80 Prozent der Fälle zu bestimmen.

Welche Artikel gibt es?

Wir drücken das Geschlecht (gender) durch drei Artikel aus, die ihr sicher schon gesehen habt …

der (maskulin) / die (feminin) / das (neutrum)

Im Plural haben wir für alle Genera NUR EINEN Artikel

(die) Plural

Das sind die bestimmten Artikel. Bestimmte Artikel gibt es auch in der englischen Sprache (the‘).

 

Es existieren aber auch unbestimmte Artikel …

ein (maskulin) / eine (feminin) / ein (neutrum)

Diese Artikel sind wie die unbestimmten Artikel ‚a‘ / ‚an‘ in der englischen Sprache.

Im Deutschen haben wir KEINEN unbestimmten Artikel im Plural!

Auch das ist wie in der englischen Sprache.

Es gibt noch weitere Artikeltypen, beispielsweise den Negationsartikel ‚kein‘ und die Possessivartikel, die man auch maskuline, feminine, neutrale und plurale Formen haben.

 

Wann ist ein Nomen maskulin, feminin oder neutral?

Leider können wir nicht immer durch eine Regel sehen, wann Nomen maskulin, feminin oder neutral ist. Auch die Logik hilft uns nicht immer; das Wort ‚Frau‘ ist zum Beispiel Femininum, aber das Wort ‚Mädchen‘ ist Neutrum.

In englischer Sprache sind Gegenstände immer Neutrum, aber im Deutschen ist das nicht immer so. Beispielsweise ist ‚der Mann‘ ein maskulines Nomen, aber auch ‚der Tisch‘ ist maskulinum, obwohl ‚der Tisch‘ ein Gegenstand ist. ‚Die Mutter‘ ist Femininum, aber auch ‚die Tasse‘ ist ein feminines Nomen. Der Gegenstand ‚das Buch‘ ist Neutrum, aber auch ‚das Kind‘ steht im Neutrum.

Wir können aber bei einem großen Teil der Nomen an den Endungen (Suffixe) sehen, welchen Artikel sie brauchen. Zum Beispiel sind Nomen mit der Endung -KEIT immer feminin.

Außerdem gibt es Gruppen von Nomen, die immer das gleiche Geschlecht haben, so zum Beispiel die vier Jahreszeiten: der Winter, der Frühling, der Sommer, der Herbst.

 

Bei welchen Endungen haben wir welchen Artikel?

Die folgende Tabelle zeigt (alphabetisch geordnet) Endungen (Suffixe) für maskuline, feminine und neutrale Nomen.

Diese Regeln sind für Nomen mit mindestens zwei Silben und die Endung ist die letzte Silbe.

maskulin (DER) feminin (DIE) neutral (DAS)
-an

der Dekan

-and (nur Berufe)

der Doktorand

-ant (nur Berufe)

der Praktikant

-ar

der Notar

-är

der Veterinär

-at (v.a. Berufe)

der Diplomat

-er (v.a. Berufe)

der Lehrer

 -et

der Planet

-ent (v.a. Berufe)

der Student

-eur

der Chauffeur

-ich

der Kranich

-ier

der Portier

-ig

der König

-iker

der Techniker

-ismus

der Optimismus

-ist

der Pianist

 -ling

der Lehrling

-ner

der Rentner

-oge / -loge

der Biologe

-or

der Doktor

 

 -ade

die Blockade

-age

die Garage

-anz

die Toleranz

-ei

die Bäckerei

-enz

die Konferenz

-elle

die Salmonelle

-euse

die Friseuse

-heit

die Freiheit

-ie

die Strategie

-ik

die Musik

-ion

die Nation

-itis

Dermatitis

-ive

die Alternative

-keit

die Möglichkeit

-ose

die Prognose

-schaft

die Freundschaft

-sis

die Basis

-tät

die Universität

-ung

die Wohnung

-ur

die Kultur

 -chen

das Mädchen

-ett

das Quartett

-il

das Automobil

-lein

das Kätzlein

-ma

das Schema

-ment

das Parlament

-(i)um

das Museum

das Studium

 

Außerdem gibt es  Endungen (Suffixe), die nicht zu 100 Prozent den gleichen Artikel haben, aber doch sehr oft:

maskulin:

-ER   ⇒  Die meisten Nomen mit -ER am Ende sind maskulin, wenn sie von einem Verb kommen (der Arbeiter, der Lehrer)

-EN  ⇒  Die meisten Nomen mit -EN am Ende sind maskulin.

(der Kuchen, der Samen, …)

 

feminin:

-E  ⇒  Etwa 70 % der Nomen mit -E am Ende sind weiblich

(die Tasse, die Tasche, die Katze,…)

-ESSE ⇒ Die meisten Wörter mit -ESSE am Ende sind feminin.

(die Delikatesse, die Rafinesse)

Ausnahme: DAS Interesse

-IN => Sehr viele männnliche Normen (meistens Berufe) bekommen durch die Endung -IN eine feminine Form ⇒ der Lehrer – die LehrerIN

 

neutral:

-O  ⇒ Die meisten Nomen mit -O am Ende sind neutral. Es sind oft Fremdwörter.

(das Auto, das Foto, das Kino, das Konto, … )

-ing => Viele Nomen mit -ing am Ende, vor allem wenn es englische Wörter sind, die wir in der deutschen Sprache benutzten.

(das Shopping, das Marketing)

 

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Wie lernt ihr diese Endungen?

Jeder hat einen Beruf, Hobby oder Themen, die er sehr interessant findet.

Jedes Thema hat seine speziellen Nomen. Sucht euch eure Nomen aus diesem Thema und macht sie zu euren „Referenzwörtern“. Mit diesen Referenzwörtern könnt ihr die Artikel gut lernen, weil ihr diese Wörter besonders gut kennt.

Zum Beispiel braucht ein Architekt viele Nomen aus der Architektur. Seine Referenzwörter sind vielleicht:

der Bauingenieur, der Statiker, …

die Planung, die Statik, die Struktur, …

das Atrium, das Fundament, …

Diese Wörter benutzt er oft. Dann ist es leicht, die Endungen und die richtigen Artikel zu lernen und die richtigen Artikel dann für andere Nomen mit den gleichen Endungen zu verwenden.

 

Wie ist das bei zusammengesetzten Nomen?

Bei zusammengesetzten Nomen, das heißt bei Nomen, die aus zwei, drei ober mehr Substantiven gebildet sind, bestimmt das letzte Substantiv den Artikel,

Zum Beispiel bilden wir aus den Nomen ‚der Kaffee‘ (maskulin) und ‚die Tasse‘ (feminin) das zusammengesetzte Nomen ‚die Kaffeetasse‘ im Femininum, weil ‚die Tasse‘ der letzte Teil des Substantivs ist.

Das letzte Wort bestimmt auch, ob das ganze Wort im Singular oder im Plural steht.


https://deutsch-coach.com/die-negation-mit-kein/

https://deutsch-coach.com/wie-bildet-man-das-partizip-ii/

https://deutsch-coach.com/trennbare-und-untrennbare-verben/

https://deutsch-coach.com/die-verben-stehen-und-stellen/

 

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