Konditionalsätze mit WENN, FALLS, SOFERN und einigen Synonymen

Der Konnektor ‘wenn‘ gehört zu den ersten Konnektoren, die ihr in der deutschen Sprache kennen lernt. Diesen Konnektor braucht ihr immer, wenn ihr über Bedingungen sprechen wollt. Die Bedingung formuliert ihr in einem Bedingungssatz, auch Konditionalsatz genannt.

Solche Konditionalsätze sind immer Nebensätze mit dem Subjekt nach dem Konnektor und dem konjugierten Verb(teil) am Ende.

Mit einem Konditionalsatz müsst ihr immer einen Hauptsatz verbinden. Dort beschreibt ihr, was passiert, wenn die Bedingung erreicht beziehungsweise erfüllt wird.

Kurz gesagt steht im Konditionalsatz die Bedingung, im Hauptsatz die Folge dieser Bedingung.

Reale und irreale Konditionalsätze

Wenn die Bedingung erfüllt werden kann, verwendet man normale Konditionalsätze, wie diesen …

Wenn ich heute nach Hause komme, esse ich Spaghetti.

Die Bedingung kann aber auch nicht oder nicht mehr erreichbar sein. Dann braucht ihr den Konjunktiv II beziehungsweise den Konjunktiv II der Vergangenheit, wie hier …

Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mehr lesen.

Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich mehr gelesen.

 

WENN, FALLS oder SOFERN für den Konditionalsatz?

Jedoch gibt es noch zwei weniger bekannte Konnektoren, die ihr für Konditionalsätze verwenden könnt. Dies sind die Wörter ‘falls‘ und ‘sofern‘, die aber auch am Anfang von Nebensätzen stehen müssen.

 

WENN – die sicherere Lösung

Den Konnektor ‘wenn‘ könnt ihr immer verwenden, wenn ihr eine Bedingung mithilfe eines Konditionalsatzes formulieren möchtet. Es ist dabei egal, wie wahrscheinlich es ist, dass die Bedingung erfüllt wird.

Oben habt ihr gesehen, dass ‘wenn‘ auch möglich ist, wenn die Bedingung nicht mehr erreicht werden kann, weil sie in der Vergangenheit liegt und da nicht erreicht wurde. In diesem Fall braucht ihr den Konjunktiv II der Vergangenheit.

 

FALLS und SOFERN – Konnektoren für unwahrscheinliche Bedingungen

Der Konnektor ‘falls‘ kann gut verwendet werden, wenn man die Erfüllung einer Bedingung nicht für wahrscheinlich hält, wie in diesem Beispiel …

Da ich viel arbeiten muss, habe ich keine Zeit für die Party.

Falls ich Zeit habe, komme ich zur Party.

Der Konnektor ‘falls’ leitet eine unwahrscheinliche Bedingung ein.

Um die Unwahrscheinlichkeit zu betonen, kann dieser Satz auch mit bestimmten Partikeln wie ‘aber‘, ‘doch‘ oder ‘jedoch‘ stehen … 

Falls ich Zeit doch habe, komme ich zur Party.

 

Manchmal drücken wir diesen Satz im Konjunktiv II aus, indem wir das Modalverb “sollte” mit der unwahrscheinlichen Bedingung verwenden …

Falls ich doch Zeit haben sollte, komme ich zur Party.

 

Der Konnektor ‘sofern‘ steht wie ‘falls‘ in Konditionalsätzen, deren Bedingung unwahrscheinlich zu erfüllen ist. Das Wort ist also ein Synonym für ‘falls‘, es gehört aber vielleicht mehr zur gehobenen Sprache. Aber dennoch ist das Wort nicht veraltet, sodass sich einige Beispiele anbieten …

Das Wetter ist schön. Wir gehen morgen spazieren, sofern es nicht regnet.

Sofern Sie keine Terminprobleme haben, treffen wir uns am Montag.

Ihr seht in diesen Beispielen, dass die unwahrscheinliche Bedingung auch in einer negativen Aussage genannt wird. Jedoch kann ‘sofern‘ (wie die anderen beiden Konnektoren) ebenfalls in positiven Aussagen verwendet werden, wie hier …

Sofern ich Zeit habe, können wir uns am Samstag treffen.

(Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass ich Zeit habe.)

 

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Synonyme für WENN, FALLS und SOFERN

In der deutschen Sprache finden sich natürlich einige interessante Synonyme für die drei Konnektoren, die in den folgenden Beispielen kurz aufgelistet werden …

Vorausgesetzt, dass Manuel kommt, sprechen wir über das Projekt.

Für den Fall, dass ich Geld habe, kaufe ich bald ein Haus.

Gesetzt den Fall, dass es nicht regnet, gehe ich ans Meer.

Die drei Beispielsätze beginnen mit dem Kausalsatz inklusive der Bedingung, dem der Hauptsatz mit der Folge folgt. Aber ihr könnt diese Satzgefüge auch mit dem Hauptsatz beginnen.

Die beiden Konnektoren werden nicht für den Konjunktiv II der Vergangenheit verwendet.

 

Die Präposition BEI

Die Präposition BEI hat neben ihrer temporalen und ihrer lokalen Funktion auch eine konditionale Funktion. Mithilfe der Präposition BEI könnt ihr die Bedingung aus dem Konditionalsatz als Nomen im Dativ ausdrücken, zum Beispiel so …

Der Konditionalsatz …

Wenn es regnet, bleiben Julia und Peter zu Hause.

… kann mit der Präposition BEI auf diese Art ausgedrückt werden …

Bei Regen bleiben Julia und Peter zu Hause.

 


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