Die Verben DENKEN – NACHDENKEN – ÜBERLEGEN

Wenn wir Menschen denken, arbeitet unser Verstand/unser Gehirn. Jedoch kann man auf unterschiedliche Arten ‘denken‘. In diesem Artikel geht es um die Verben ‘denken‘, ‘nachdenken‘ und ‘überlegen‘. Ich erkläre euch, wann und wie ihr diese Verben verwenden könnt.

Das Verb DENKEN

Das Verb ‘denken‘ ist ein gemischtes Verb. Im Präsens ist es regelmäßig, aber im Präteritum haben wir einen unregelmäßigen Verbstamm. Das Partizip II des Verbs ist unregelmäßig, endet aber auf -t, deshalb ist es ein gemischtes Verb.

Das Verb müsst ihr im Perfekt / Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb HABEN bilden.

 

Die variable Verwendung von DENKEN

Wenn unser Gehirn arbeitet, ‘denken‘ wir. Wir entwickeln Gedanken, die unser Leben steuern. Aber welche Gedanken drückt man mit ‘denken‘ aus?

 

ICH DENKE, DASS … / ICH DENKE, …

Wenn ihr eine Meinung äußern wollt, könnt ihr sie mit dieser Struktur …

Ich denke, dass …

ausdrücken.

Nach ‘dass‘ steht ein Nebensatz, wie in diesem Beispiel …

Ich denke, dass du weniger rauchen solltest.

 

Ihr könnt damit auch eine Vermutung äußern, wie diese …

Wir denken, dass der Bus Verspätung hat.

 

In der Umgangssprache könnt ihr diese Ausdrücke aber oft OHNEdass‘ sehen. Dann sind es zwei Hauptsätze, die durch Kommas getrennt werden, wie in diesen beiden Beispielen …

Ich denke, du solltest weniger rauchen.

Wir denken, der Bus hat Verspätung.

 

Wenn wir eine Meinung sagen wollen, ist auch das Verb ‘glauben‘ ein passendes Synonym für ‘denken‘.

Häufig verwenden wir das Verb ‘denken‘ aber mit festen Präpositionen. Die Präposition bestimmt, wie wir das Verb meinen.

 

DENKEN AN

Die meisten von euch kennen das Verb ‘denken‘ in Verbindung mit der festen Präpositionan‘. In diesem Sinn bedeutet ‘denken‘ so etwas wie “sich erinnern“, “in den Sinn kommen” oder auch “nicht vergessen“.

Im Satz steht nach denken an‘ immer der Akkusativ, wie in diesen Beispielen …

Ich denke an dich.
Paul denkt an seinen letzten Urlaub.

 

Das Satzglied / der Satzteil nach der Präposition nennen wir eine Präpositionalergänzung oder ein Präpositionalobjekt. Im Hauptsatz stehen Präpositionalobjekte am Ende, im Nebensatz vor dem konjugierten Verb.

 

DENKEN ÜBER

Auch ‘denken über‘ ist ein Verb mit fester Präposition, aber mit einem anderen Konzept von ‘denken‘. Nach ‘denken über‘ steht immer der Akkusativ.

Ihr solltet diese Form gebrauchen, wenn ihr nach einer Meinung fragt, wie hier …

Was denkst du über Camping?

Man kann dann zum Beispiel so antworten …

Ich denke über Camping, dass die Menschen auf diese Art flexibel reisen können.

Ich denke darüber, dass die Menschen auf diese Art flexibel reisen können.

 

Wie ihr oben schon gesehen habt, sieht man die Antwort aber oft auch OHNE die Präpositionüber‘ …

Ich denke, dass man auf diese Art flexibel reisen kann.

DENKEN VON

Auch mit ‘denken von‘ kann man seine Meinung ausdrücken, aber nach ‘denken von‘ muss der Dativ stehen, wie hier …

Was denkst du von ihm? – Er ist ein guter Mensch.

 

Weitere Informationen zum Verb ‘denken‘ findet ihr im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS).

 

Eine Hilfe für die Grammatik…

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NACHDENKEN ÜBER

Wie das Verb ‘denkengehört auch das Verb ‘nachdenken‘ zu den gemischten Verben. Es ist aber außerdem noch ein trennbares Verb.

Dieses Verb müsst ihr im Perfekt und im Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb HABEN bilden. Als gemischtes Verb endet sein Partizip II auf -t, obwohl es einen veränderten Verbstamm im Partizip II hat.

Das Verb ‘nachdenken‘ mit der festen Präposition ‘über‘ solltet ihr verwenden, wenn ihr euch intensiv in Gedanken mit einer Sache beschäftigt. Das bedeutet, ihr reflektiert ein Thema intensiver. Diese Reflexion eines Themas ist intensiver als nur der Gedanke an ein Thema. Ihr denkt oder erinnert euch nicht nur an ein Thema oder eine Person, sondern ihr denkt intensiv über das Thema oder die Person nach, wie in diesem Beispiel …

Ich denke über deinen Vorschlag nach.

 

Wenn man über etwas nachdenkt, geht es meist um Ideen, Pläne, Vorschläge, Konzepte oder ähnliches. Es ist ein intensiveres und tieferes Denken.

Auch ‘nachdenken über’ muss der Akkusativ folgen.

 

ÜBERLEGEN

Das Verb ‘überlegen‘ ist ein regelmäßiges, untrennbares Verb. Nach diesem Verb steht im Satz auch wieder der Akkusativ.

Da es sich um ein regelmäßiges Verb handelt, bleibt sein Verbstamm immer gleich. Sein Partizip II endet auf -t.

Das Verb ‘überlegen‘ wird oft, aber nicht immer, reflexiv gebraucht. Wenn ihr es mit Reflexivpronomen verwendet, muss das Reflexivpronomen im Dativ stehen, weil dem Verb ein Akkusativobjekt folgt. Es folgen einige Beispiele mit ‘überlegen’ …

Ich überlege mir eine neue Strategie.

Überleg es dir!

Wir überlegen (uns), im Sommer nach Kroatien zu fliegen.

Das letzte Beispiel zeigt, dass der Akkusativ auch in Form eines Nebensatzes (hier: Objektsatz) stehen kann.

 

In seiner Bedeutung ist das Verb ‘überlegen‘ dem Verb ‘nachdenken‘ ähnlich, aber es steht OHNE Präposition.

Tendenziell wird ‘überlegen‘ häufiger als ‘nachdenken‘ verwendet, wenn eine neue Situation, ein Plan oder eine neue Idee das Thema ist, wie in diesem Beispiel …

Martha überlegt, ob sie ein neues Auto kaufen soll.

Demgegenüber verwendet man das Verb ‘nachdenken‘ tendenziell eher, wenn es um Themen oder Situationen geht, die schon existieren, wie hier …

Ich denke über die Probleme in meiner Arbeit nach.

Auch sind Gedanken, die mit ‘nachdenken‘ ausgedrückt werden, tendenziell allgemeiner oder globaler. Dagegen drücken wir mit ‘überlegen‘ oft konkrete Gedanken, Ideen oder Pläne aus.

 


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