aufmachen – zumachen – anmachen – ausmachen

Das Verb „machen“ kann seine Bedeutung verändern, wenn wir es mit Präfixen verwenden.

In meinem Unterricht werde ich von meinen Schülern oft gefragt, was der Unterschied zwischen den Verben „anmachen“, „ausmachen“, „aufmachen“ und „zumachen“ ist.

In diesem Beitrag möchte ich euch über diese Verben informieren.

Regelmäßige und trennbare Verben mit Akkusativ

Die Verben „anmachen“, „ausmachen“, „aufmachen“ und „zumachen“ sind regelmäßige und trennbare Verben, das heißt bei der Konjugation im Präsens und im Präteritum wird das Präfix im Hauptsatz  an das Ende des Satzes gestellt, wie ihr in diesen Beispielen sehen könnt …

Thorsten macht das Fenster im Badezimmer auf.

Dagegen werden die beiden Teile im Nebensatz  zusammengeschrieben und stehen am Ende des Nebensatzes, wie in diesem Satz:

Marius sagt, dass er  jeden Morgen das Fenster in seinem Zimmer aufmacht.

(Nach dem Konnektor DASS folgt immer ein Nebensatz.)

In der Form des Perfekt bilden wir alle vier Verben mit dem Hilfsverb HABEN und zwischen das Präfix und den Pariziptteil des Verbs „machen“ setzen wir -GE-. Hier ein Beispiel:

Jens hat das Radio ausgemacht.

(Da diese Verben regelmäßig sind, endet ihre Form des Partizip II mit der Endung -t.)

Alle Verben stehen mit dem Akkusativ, weil auch das Verb „machen“ mit dem Akkusativ steht.

Was bedeuten diese Verben?

Die Verben Verben „anmachen“, „ausmachen“, „aufmachen“ und „zumachen“ sind für einige Schüler leicht zu verwechseln. Deshalb ist es wichtig, dass ihr sie euch genau anseht und gut lernt ! 😉

Das Verb ANMACHEN

Das Verb „anmachen“ verwenden wir, wenn wir sagen möchten, dass wir ein elektronisches Gerät aktivieren, zum Beispiel einen Fernseher, einen Computer oder auch ein Auto. Ein Beispiel …

Katharina macht ihren Computer an.

Synonyme zu diesem Verb sind unter anderem „anschalten“ oder „einschalten“. Jedoch gebrauchen wir diese Synonyme kaum bei Autos oder anderen Fahrzeugen, weil wir diese Wörter oft bei Geräten verwenden, die wirklich einen Schalter haben, mit dem wir sie aktivieren können, beispielsweise einen Fernseher …

Ich schalte den Fernseher an / ein.

In der Umgangssprache kennen wir das Verb „anmachen“ auch in einem anderen Sinn. Wenn jemand eine andere Person respektlos anspricht, verwenden manche Menschen das Verb „anmachen“, wie in diesem Beispiel …

Der Mann hat meine Frau dumm angemacht. 

(Der Mann hat meine Frau auf eine dumme Art angesprochen.)

Das Verb AUSMACHEN

Wenn man etwas aktivieren kann, kann man es natürlich auch wieder deaktivieren. Dafür nehmen wir dann das Verb „ausmachen“ und auch in diesem Fall vor allem für elektrische Geräte, wie in diesem Beispiel …

Tina macht das Licht aus.

Auch für das Verb „ausmachen“ gibt es Synonyme wie „ausschalten“ oder „abschalten“, die aber auch meistens für Geräte gebraucht werden, die einen Schalter haben.

Das Verb AUFMACHEN

Das Verb „aufmachen“ verwenden wir, wenn wir etwas mechanisch öffnen, zum Beispiel eine Tür oder ein Fenster, wie in diesem Satz …

Frau Möller macht das Fenster auf.

Man kann „aufmachen“ aber auch nehmen, wenn man ein Gebäude, eine Institution, eine Firma oder ein Fahrzeug „aufmacht“. Damit meint man aber, dass man bei dem Gebäude oder dem Fahrzeug die Tür öffnet, damit jemand eintreten oder einsteigen kann, wie in diesen Beispielen …

Hans macht das Auto auf und steigt (in das Auto) ein.

Martha macht ihr Geschäft auf und der Kunde tritt ein.

(Der Ausdruck „ein Geschäft aufmachen / eröffnen“ kann aber auch bedeuten, dass jemand ein NEUES Geschäft (business) beginnt.)

Außerdem können wir auch beispielsweise Flaschen oder Dosen aufmachen.

Man kann auch den „Mund aufmachen“, damit beispielsweise ein Zahnarzt hineinschauen kann.

Den Mund kann man „aufmachen“, um etwas zu sagen. Wenn zum Beispiel der Vater zu einem Kind sagt, dass es den Mund „aufmachen“ soll, dann erwartet er damit, dass das Kind etwas sagt.

Das Verb ZUMACHEN

Etwas, das man mechanisch aufgemacht hat, kann man auch wieder schließen. Dann gebrauchen wir das Verb „zumachen“, wie in diesen Beispielen …

Berthold macht das Fenster zu.

Das Geschäft macht um 18:30 Uhr zu.

(Auch hier kann man „Geschäft“ auch als ‚business‘ verstehen und ausdrücken, dass das Geschäft „endet“ und für immer zumacht.)

Wie im Beispiel von „aufmachen“ kann man eine Flasche natürlich  auch wieder „zumachen“.



 

 

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