Die Verben KOMMEN und ANKOMMEN

Manchmal fragen Schülerinnen oder Schüler mich, was der Unterschied zwischen ‘kommen‘ und ‘ankommen‘ ist. Außerdem ist ihnen nicht immer klar, ob sie nach diesen Verben den Akkusativ oder den Dativ verwenden müssen. Leider höre ich auch oft Sätze, die man falsch verstehen kann.

Deshalb erkläre ich euch in diesem Artikel den Unterschied zwischen den Verben ‘kommen‘ und ‘ankommen‘ und zeige euch, wie man sie im Kontext gebraucht.

Das unregelmäßige Verb KOMMEN

Obwohl das Verb ‘kommen‘ im Präsens für alle Personen einen regelmäßigen Verbstamm hat, ist es unregelmäßig, denn es hat einen unregelmäßigen Verbstamm im Präteritum.

Das Verb ist ein intransitives Verb, denn es steht ohne Objekte. Als Verb, das eine Bewegung oder Ortsveränderung beschreibt, müsst ihr sein Perfekt und sein Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb SEIN bilden.

 

Wann verwendet man KOMMEN?

Das Verb ‘kommen‘ könnt ihr gebrauchen, wenn ihr sagen wollt, dass jemand sich zu einem Ziel bewegt. Aber Vorsicht! Die Perspektive ist wichtig, denn man kann beispielsweise auch zu einem Ziel ‘gehen‘, ‘fahren‘, oder ‘fliegen‘. Diese Verben sind sinnvoll zu verwenden, wenn man die Perspektive des Subjekts betonen will.

Dagegen solltet ihr ‘kommen‘ verwenden, wenn ihr die Bewegung aus der Perspektive des Ziels ausdrücken wollt. Damit ihr das klarer seht, folgen hier einige Beispiele mit diesen Verben …

Ich gehe in den Zoo.

Wir fahren an den See.

Familie Meyer fliegt nach New York.

Wenn ihr diese Verben verwendet, sprecht ihr aus der Perspektive des Subjekts, das sich bewegt.

Ich komme zu dir.

Peter kommt nach Hause.

Die Kinder sind in die Schule gekommen.

Bei diesen Sätzen ist es wichtig, wohin sich die Subjekte bewegen. Wir drücken die Perspektive des Ortes aus, an den sich die Subjekte bewegen. In den Beispielen sind dies “zu dir“, “nach Hause” und “in die Schule“.

Das bedeutet, das Verb ‘kommen‘ verwenden wir für eine BEWEGUNG des Subjekts, aber aus der Sicht eines ZIELS / Zielortes.

Das trennbare Verb ANKOMMEN

Auch das Verb ‘ankommen‘ ist ein unregelmäßiges Verb, dessen Perfekt und Plusquamperfekt ihr mit dem Hilfsverb SEIN bilden müsst. Aber ‘ankommen‘ ist ein trennbares Verb mit dem trennbaren Präfix “an-“.

Bitte verwechselt das Präfix “an-” nicht mit der Präposition AN!

 

Wann verwendet man ANKOMMEN?

Anders als ‘kommen‘ solltet ihr ‘ankommen‘ verwenden, wenn ihr ausdrücken wollt, dass ein Subjekt sein Ziel erreicht, wie in diesen Beispielen …

Ich komme zu Hause an und öffne die Haustür.

Das Flugzeug landet in Paris, also kommt es dort an.

Der Zug steht im Kölner Bahnhof; er ist in Köln angekommen.

 

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Akkusativ oder Dativ mit KOMMEN und ANKOMMEN?

Das Verb ‘kommen‘ steht normalerweise mit lokalen Präpositionen, weil es um lokale Bewegungen von einem Ort zum anderen geht. Wenn ihr eine Wechselpräposition hinter ‘kommen‘ setzt, MUSS diese Präposition mit dem Akkusativ stehen, wie in diesen Beispielen …

Wir kommen in das Geschäft.

Der Mann kam auf den Marktplatz.

Vorsicht !!!

Wenn ihr ‘kommen’ mit einer Wechselpräposition und dem Dativ verwendet, kann das sehr missverständlich klingen, vor allem in der Umgangssprache.

Wenn jemand zum Beispiel sagt …

Ich komme in meinem Büro.

… kann man das in der Umgangssprache als “einen Orgasmus haben” interpretieren.

 

Der Dativ steht natürlich immer nach anderen Präpositionen der Bewegungen, die mit Dativ stehen müssen. Das ist auch mit dem Verb ‘kommen‘ so. Dafür einige Beispiele …

Meine Frau kommt nach Hause.

Ich komme morgen zu dir.

Er kam um 21 Uhr aus dem Büro.

Ihr könnt sehen, dass ‘kommen‘ in diesen Beispielen mit Dativpräpositionen der BEWEGUNG gebraucht wird.

Wenn ihr jedoch die situative Präposition BEI nach dem Verb ‘kommen‘ verwendet, könnte man das umgangssprachlich wieder als Orgasmus verstehen.

 

Dagegen steht das Verb ‘ankommen‘ immer mit Präpositionen, die eine Situation anzeigen, weil das erreichte Ziel immer ein “fester” Punkt ist, an dem man sich bei der Ankunft befindet.

Wenn ihr eine Wechselpräposition nach ‘ankommen‘ verwendet, müsst ihr sie mit dem Dativ verwenden, wie hier …

Ich komme am Bahnhof an.

Herr Peters kommt im Büro an.

Wir sind in der neuen Wohnung angekommen.

 

Von den Präpositionen, die nur mit Dativ stehen können, sind für ‘ankommennur situative Präpositionen möglich, wie hier …

 Ich komme um 10 Uhr bei dir an.

Wir kamen gegenüber dem Bahnhof an.

 


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