sich entschließen zu – sich entscheiden für / gegen

Zwei sehr interessante Verben sind ‘sich entschließen‘ und ‘sich entscheiden‘, weil sie irgendwie ähnlich und doch verschieden sind. Darüber hinaus handelt es sich um Verben mit festen Präpositionen.
In diesem Artikel erkläre ich euch die Verwendung dieser beiden Verben und den Unterschied zwischen ‘sich entschließen‘ und ‘sich entscheiden‘.

Die Konjugation von SICH ENTSCHLIEßEN

Das Verb ‘sich entschließen‘ ist ein unregelmäßiges und reflexives Verb, dessen Reflexivpronomen im Akkusativ steht, denn das Verb steht nie mit einem anderen Akkusativobjekt im Satz.

Das Verb ändert seinen Verbstamm in den Vergangenheitszeiten und wird mit dem Hilfsverb HABEN gebildet.

Das Interessante an dem Verb ist jedoch, dass es im Satz mit der festen Präpositionen ZU oder mit Infinitivsätzen mit ZU stehen muss, wie in diesen Beispielen …

Paul entschließt sich zum Kauf eines neuen Autos.

Paul entschließt sich (dazu), ein neues Auto zu kaufen.

Häufig könnt ihr diesen Satz auch ohne ‘dazu‘ sehen, deshalb steht das Wort in unserem Beispiel in Klammern.

Zur Familie des Verbs ‘sich entschließen’ gehört das Nomen ‘der Entschluss‘, womit ihr die stilistisch sehr gute Nomen-Verb-Verbindung ‘Entschluss fassen‘ bilden könnt, wie in diesem Beispielsatz …

Paul fasst den Entschluss zum Kauf eines Autos.

 

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Die Konjugation von SICH ENTSCHEIDEN

Auch das Verb ‘sich entscheiden‘ ist ein reflexives Verb und auch sein Reflexivpronomen steht im Akkusativ, da es im Satz nie mit einem weiteren Akkusativobjekt stehen kann.

Das Verb ‘sich entscheiden‘ hat ebenfalls einen veränderten Verbstamm in den Vergangenheitszeiten (Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt).

Auch dieses Verb steht im Perfekt und im Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb HABEN.

Für ‘sich entscheiden‘ könnt ihr zwischen zwei festen Präpositionen wählen. Diese sind FÜR oder GEGEN, welche beide mit einem Präpositionalobjekt im Akkusativ stehen müssen, wie in diesen Beispielen …

Paul entscheidet sich für den Volkswagen.

Paul entscheidet sich gegen den Opel.

Natürlich könnt ihr das Verb auch mit einem Infinitivsatz mit ZU verwenden.

Paul entscheidet sich dafür, den Volkswagen zu kaufen.

Paul entscheidet sich dagegen, den Opel zu kaufen.

 

Dieser Infinitivsatz ist ein Objektsatz, der zugleich ein Nebensatz ist. Wenn ihr nach diesem Präpositionalobjekt fragen wollt, sieht diese Frage so aus …

Wofür / wogegen entscheidet sich Paul?

 

Statt der Präpositionen FÜR könnt ihr auch die Genitiv-Präposition ZUGUNSTEN verwenden. Auch für GEGEN gibt es eine synonyme Genitiv-Präposition: ZULASTEN.

 

Aus dem Verb ‘sich entscheiden‘ könnt ihr das Nomen ‘die Entscheidung‘ ableiten. Mit diesem Nomen steht euch die wunderschöne Nomen-Verb-Verbindung ‘Entscheidung treffen‘, welche ihr mit einer der oben genannten Präpositionen gebrauchen könnt, wie in diesem Beispiel …

Paul trifft eine Entscheidung für den Volkswagen.

 

Gebrauch dieser Verben und der Unterschied zwischen den beiden Verben

Sicher wisst ihr, dass man beide Verben verwenden kann, wenn man etwas wählt.

Das Verb ‘sich entschließen‘ solltet ihr nehmen, wenn ihr die Frage beantworten wollt, OB jemand etwas will oder nicht.

Dagegen ist das Verb ‘sich entscheiden‘ besser, wenn ihr ausdrücken wollt, dass jemand eine von zwei oder von mehreren Möglichkeiten / Optionen auswählt. Es ist also klar, dass jemand etwas möchte, aber es geht darum, WELCHE Möglichkeiten man bevorzugt.

Um den Unterschied zwischen den beiden Verben zu klären, lohnt sich nochmal ein Blick auf die Beispiele von oben.

Stellt euch Pauls Lage vor. Er hat ein bisschen Geld gespart und zwei Optionen:

  • Kauft er ein Auto? Ja = 1
  • Kauft er kein Auto? Nein = 0

Die Frage ist also, OB Paul etwas oder tut oder nicht. Was macht Paul?

Paul entschließt sich zum Kauf eines neuen Autos.

Er wählt also die Option 1 (ja), er kauft ein Auto.

 

Da Paul sich dazu entschlossen hat, ein Auto zu kaufen, geht es jetzt darum, WELCHES Auto er will. Das heißt, er muss sich zwischen / unter mehreren Möglichkeiten entscheiden.

In unserem Beispiel hat er zwei Möglichkeiten:

  1. Die Möglichkeit 1a ist der Volkswagen.
  2. Die Möglichkeit 1b ist der Opel.

(Es sind immer mehr als zwei Optionen möglich, aber in unserem Beispiel haben wir zwei Optionen.)

 

Wofür und wogegen entscheidet Paul sich ?

Paul entscheidet sich für den Volkswagen.

Er nimmt also die Möglichkeit 1a.

Paul entscheidet sich gegen den Opel.

Er nimmt also die Möglichkeit 1b nicht.

 


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