Die Passiversatzform SEIN + ZU + Infinitiv

Wenn ihr schon ein bisschen Deutsch gelernt habt, wisst ihr vielleicht schon, wie man das Passiv mit Modalverben bildet. Ein Beispiel für das Passiv mit Modalverben ist ein Satz wie dieser …

Diese Rechnung muss bis nächste Woche bezahlt werden.

Es gibt aber alternative Möglichkeiten, diesen Satz auszudrücken. Eine dieser Alternativen ist die sogenannte Passiversatzform ‚sein + zu + Infinitiv‘, um die es in diesem Beitrag geht.

Natürlich ist das Passiv in der deutschen Sprache sehr wichtig, vor allem in der naturwissenschaftlichen Sprache oder in anderen Fachsprachen, aber auch viele bürokratische Ausdrücke stehen im Passiv.

Jedoch ist es nicht immer leicht und auch nicht immer besonders schön, sich im Passiv, auszudrücken, vor alllem in der mündlichen Sprache. Jedoch auch in der Schriftsprache ist ein variabler Ausdruck immer hilfreich.

Um zu vermeiden, dass ihr das Passiv zu oft verwendet, könnt ihr manchmal Ersatzformen zum Passiv verwenden, zum Beispiel Ausdrücke mit ’sein + zu + Infinitiv‘.

 

Wie bildet man diese Passiversatzform?

Die Passiversatzform ’sein + zu + Infinitiv‘ bildet ihr mit der konjugierten Form des Hilfsverbs ’sein‘. Dann folgt ‚zu‘ und der Infinitiv des Verbs, wie in diesen beiden Beispielen …

Die Aufgabe ist in dieser Woche zu machen.

Die Aufgaben sind in dieser Woche zu machen.

Ihr könnt in dem Beispiel sehen, dass das Verb ’sein‘ in der 3. Person Singular oder Plural gebraucht wird. Dies ist oft so, aber möglich sind auch Sätze wie diese …

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Die Beispiele sind zwar Aktivsätze im formalen Sinn, aber sie sind „passivisch“ (ohne Agens) gemeint. Deshalb ist diese Form mit ’sein + zu + Infinitiv‘ eine Passiversatzform.

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Wann ist die Form ’sein + zu + Infinitiv‘ möglich?

Die Ersatzform ’sein + zu + Infinitiv‘ kann Passivsätze mit den Modalverben ‚können‚, ‚müssen‘, ’sollen‘ und ‚nicht dürfen‚ ersetzen. Wenn etwas ‚zu machen‘ ist, dann kann man damit eine Pflicht beziehungsweise ein Notwendigkeit meinen, aber es kann auch  um eine Möglichkeit gehen. Beispielsweise kann der Satz …

Das Problem ist bis nächste Woche zu lösen.

folgendes bedeuten:

Das Problem kann bis morgen gelöst werden.

oder

Das Problem muss bis morgen gelöst werden.

Das erste Beispiel betont eine Möglichkeit oder eine Fähigkeit, das Problem zu lösen. Dagegen geht es im zweiten Beispiel um eine Pflicht oder eine Notwendigkeit, das Problem zu lösen.

Auch wenn wir sagen wollen, dass etwas nicht erlaubt ist, man etwas also NICHT darf, können wir die Passiversatzform ’sein + zu + Infinitiv‘ gebrauchen. Den Satz …

Der Rasen darf nicht betreten werden.

könnt ihr auch auf diese Weise ausgedrücken …

Der Rasen ist nicht zu betreten.


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