Joachim Ringelnatz – ein tragischer Komiker

Joachim Ringelnatz war zwischen 1919 und 1933 einer der berühmten Kabarettisten und Schriftsteller der Weimarer Republik, der jedoch einen sehr schwierigen Lebensweg hatte.

 Schulische Probleme in der Jugendzeit 

Joachim Ringelnatz wurde am 7. August 1883 mit dem Geburtsnamen Hans Gustav Böttcher in Wurzen (Sachsen) als Sohn eines Schriftstellers geboren. Nachdem er als sehr undisziplinierter Schüler vom Gymnasium in Leipzig verwiesen worden war, besuchte er eine Privatschule, die er im Jahr 1901 mit der Obersekunda, vergleichbar dem elften Schuljahr, abschloss.

Auf Wanderschaft …

In den folgenden Jahren ab 1901 verließ er Leipzig und arbeitete zunächst als Seemann, wobei er jedoch von den Kollegen und dem Schiffskapitän schlecht behandelt wurde. Danach begann für ihn eine schwere Zeit mit vielen kleinen Arbeiten verschiedenster Arten, sowie Armut und anderen Problemen. Ihn zog es auch nach England, wo er unter anderem als Hausmeister tätig war. Später kehrte er nach Deutschland zurück, wo sein Leben zunächst weiter unglücklich verlief.

Sein Leben als Künstler …

1908 trat Joachim Ringelnatz erstmals als Künstler in Erscheinung. Er durfte im Münchener Künstlerlokal „Simplicissimus“ seine Gedichte vortragen. Er begann im Folgenden, seine Gedichte zu publizieren, doch konnte davon nicht gut leben, sodass er weiterhin verschiedene Jobs (u.a. Bibliothekar und Reiseführer) übernehmen musste.

Joachim Ringelnatz Bildquelle: Wikipedia.de Bildlizenz: Gemeinfrei

Nachdem Ringelnatz zwischen 1914 und 1918 bei der Marine im ersten Weltkrieg gedient hatte, setzte er zunächst seine wechselhafte berufliche Laufbahn fort, wurde aber 1920 von der Berliner Kleinkunstbühne „Schall und Rauch“ als Kabarettist engagiert. Für ihn begann damit seine wohl beste Periode, welche aber nur bis 1932 andauern sollte. Er wurde ähnlich bekannt wie die Comedian Harmonists.
In dieser Zeit trug er humoristische Gedichte vor, die auf satirische Weise Erfahrungen aus dem Leben des Seemannes „Kuttel Daddeldu“ erzählten. Kuttel Daddeldu verkörperte eine von Joachim Ringelnatz erfundene Figur in seinen Gedichten.

Karriereende wegen der Machtübernahme der Nationalsozialisten

Als die Nationalsozialisten im Jahr 1933 die Macht in Deutschland übernahmen, wurden Joachim Ringelnatz umgehend Auftritte verboten, konnte aber im Jahr 1934 noch zwei Male in der Schweiz auftreten. Allerdings verarmte er zunehmend und erkrankte an Tuberkulose, was ihn zu Sanatoriumsaufenthalten zwang, die von Freunden finanziert wurden.
Am 17. November 1934 starb Joachim Ringelnatz als armer Mann in Berlin.


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