Hildegard von Bingen – die erste deutsche Ärztin

Hildegard von Bingen war eine der populärsten und bedeutendsten Frauen das Mittelalters. Viele sehen sie als die erste deutsche Ärztin und Naturforscherin. Sie war aber auch eine begabte Künstlerin, die komponierte und dichtete.

Hildegard von Bingen wurde 1098  in Bermersheim vor der Höhe, einem Ort im Südwesten Deutschlands, geboren. Sie war die jüngste von insgesamt 10 Geschwistern.

Aufgrund häufiger Krankheiten im Kindesalter kam sie im Jahr  1106 in ein Nachbargebäude des Benediktinerklosters auf dem Disibodenberg an der Nahe und erlernte dort in der Pflege Handarbeiten wie Nähen und Stricken und studierte den Gesang religiöser Psalmen. Im Jahr 1136 wurde sie selbst Lehrerin im Kloster.

Hildegard von Bingen – eine Pionierin in der Naturheilkunde

Ihre herausragende historische Leistung bestand jedoch in der Entwicklung der Naturheilkunde. Sie erforschte die Wirkung vieler Pflanzen sowie anderer Nahrungsmittel und Elemente auf die Gesundheit und entwickelte natürliche Rezepte gegen verschiedene Krankheiten, die noch heute in der Naturheilkunde bekannt sind und angewandt werden.

Hildegard von Bingen verstand ihre Arbeit dabei immer als „ganzheitlichen Ansatz“, das heißt sie bezog den seelischen Zustand des Patienten in ihre physischen Heilmethoden mit ein. Ein Beispiel dafür ist dieses Zitat:

Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.

In den Mittelpunkt ihrer Forschung und ihrer Behandlungsmethoden stellte sie ein breites Spektrum Heilungsansätzen.

Sie beschäftigte sich intensiv mit Heilpflanzen und der Ernährung insgesamt, befasste sich mit der seelischen Wirkung von Edelsteinen und entwickelte die Bäderheilkunde weiter.

In ihre Heilungsmethoden integrierte sie entsprechend ihres ganzheitlichen Denkens immer die gesamte Lebensführung des Patienten, auch spirituelle Aspekte.

Hildegard von Bingen empfängt eine göttliche Inspiration und gibt sie an ihren Schreiber weiter. Quelle: Wikipedia, Bildlizenz: Public Domain

 

Hildegard von Bingen als Äbtissin

Im späteren Verlauf ihres Lebens übernahm Hildegard von Bingen die Leitung zweier Klöster und predigte auf Marktplätzen, was für Frauen in dieser Zeit sehr ungewöhnlich war.

Darüber hinaus stand  sie in häufigem brieflichem Kontakt mit dem Kaiser Friedrich Barbarossa sowie dem damaligen Papst Alexander III.

Hildegard von Bingen starb im Jahr 1179 im für diese Zeit sehr hohen Alter von 82 Jahren in „ihrem“ Kloster „Rupertsberg“ in Bingen.

Ihr Grab befindet sich neben der Abtei St. Hildegard zu Eibingen in der Nähe der rheinland-pfälzischen Stadt Rüdesheim am Rhein.

Im Jahr 2012 sprach Papst Benedikt sie heilig. Das bedeutet, sie wurde eine anerkannte Heilige in der römisch-katholischen Kirche.


 Mehr Informationen über Hildegard von Bingen

Mehr über Hildegard von Bingen erfahrt ihr auf der Internetseite von BR alpha und in einem Film in der Mediathek des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Eines ihrer in der Theologie bekannten Bücher ist „Der Weg der Welt“, in dem sie ihre Visionen aufgeschrieben hat. Ihr könnt das Buch im „Projekt Gutenberg“ von Spiegel.de lesen.


Eine Biografie über Hildegard von Bingen:

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